“Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“ – Stocksporthalle in Aufham eingeweiht
Aufham (mh) Die Sportanlagen in der Gemeinde Anger sind um eine Attraktion reicher: am vergangenen Freitag konnte die Stocksporthalle in Aufham im Rahmen einer Einweihungsfeier und eines zweitägigen Eröffnungsturniers seiner Bestimmung übergeben werden. In einem gemeinsamen Kraftakt war es dem SC Anger und der EC Eintracht Aufham gelungen, diesen lang gehegten Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Beispiellose gemeinschaftliche Arbeit, finanzielle Unterstützung vonseiten der Kommune und verschiedener Sponsoren sowie in erster Linie ehrenamtlicher Einsatz weit über das Normmaß hinaus haben das Vorhaben Realität werden lassen. „Ein Traum ist Wirklichkeit geworden“ so hatten es die beiden ausführenden Vereine in ihrem Einladungsschreiben zur Einweihungsfeier formuliert, und so war es für zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sport eine Ehrensache, dem Aufruf zum gemeinschaftlichen Fest zu folgen.
Seit Jahren war es ein Anliegen des EC Eintracht Aufham und der Abteilung „Eisstock“ des SC Anger gewesen, verbesserte Trainings- und Turnierbedingungen zu erhalten. In gutem Einvernehmen teilen sie sich seit geraumer Zeit die Vereinshütte und die Asphaltbahnen am Sportgelände in Aufham. „Uns allen war es ein Anliegen, die herrschende Situation zu verbessern“, erläutert ECE Vorstand Ludwig Hogger die Hintergründe der Baumaßnahme. Die direkte Nähe zur Autobahn hat Turniere und Trainingszeiten durch Lärmbelästigung beeinträchtigt und die bisherigen Asphaltbahnen waren aufgrund ihres Alters sanierungsbedürftig geworden. Maßgeblicher Grund, den Stocksport in eine Halle zu verlegen war jedoch die Jugendarbeit. „Unsere Schüler und Jugendlichen sind uns weg geblieben, denn wir hatten in den Wintermonaten nur die Möglichkeit, die Eissporthalle in Berchtesgaden an den Abenden für drei Stunden zu mieten, für Kinder war dies einfach zu spät“, führt Hogger weiter aus. Mit dem Bau der Halle kann nun das Training nicht für die Jugend, sondern für alle Sparten optimiert werden. Witterung und Jahreszeitliche Einflüsse werden den Ablauf nicht mehr beeinträchtigen. Obwohl einiges an Vorlauf- und Planungsphase notwendig war, konnte der Wunschtraum verwirklicht werden. Eine sehenswerte Halle mit drei Bahnen steht nun den Stocksportfreunden aus Anger und Aufham zur Verfügung. In mehrmonatiger Bausphase war die Konstruktion errichtet worden, rund 1750 ehrenamtliche Stunden haben die Mitglieder beider Vereine investiert. Die Einweihungsfeier war geprägt vom Besuch zahlreicher Ehrengäste und von den bewundernden Blicken der Anwesenden. ECE Vorstand Ludwig Hogger blickte in seiner Begrüßungsrede kurz zurück auf die mühsame Entstehungsgeschichte, denn die Anfänge von der Planung bis zur Ausführung hatten einige Anstrengungen gefordert. Hogger wertete die Verwirklichung des Hallenbaus als Motivationsschub vor allem für die Jugendarbeit und richtete seinen Dank an alle Helfer und Sponsoren sowie die ausführenden Firmen. In erster Linie erwähnte er die Gemeinde Anger, die den 110.000 Euro teueren Hallenbau mit 70.000 Euro finanziell unterstützt hat. Bürgermeister Silvester Enzinger lobte das gelungene Werk, denn die Aufhamer Konstruktion ist die erste Stocksporthalle im Landkreis, die mit Betonsteinen ausgelegt ist. Der Gemeindechef wünschte den Sportfreunden einen weiteren Aufschwung und gratulierte den Damen des ECE zu ihrem Aufstieg in die erste Bundesliga.
Die Halle findet mit den herausragenden Ergebnissen der Aufhamer Stocksportfreunde ihre Berechtigung, denn knapp unter den Damen rangieren die Herren in der zweithöchsten deutschen Spielklasse, der zweiten Bundesliga. Enzinger wertete die erbrachte ehrenamtliche Leistung als beispiellos und hob die Einzigartigkeit hervor, dass zwei Vereine ein gemeinschaftliches Projekt dieser Form verwirklicht hatten. SCA Vorstand Max Stadler rückte wie ECE Vorstand Hogger die hervorragende gemeinschaftliche Arbeit in den Vordergrund, merkte aber ergänzend an: „Obwohl andere Interessensgruppen den Hallenbau kritisch beurteilt haben, dürfen wir unser Augenmerk nicht nur auf Trendsportarten wie beispielsweise Fußball lenken“ so Stadlers kritisches Statement. BLSV- Kreisvorsitzende Wibke Guiaa machte den Anspruch moderner Sportstätten deutlich und werte sie nicht nur als bauliche Einrichtung sondern als Stätten die zur Förderung von Kommunikation und Geselligkeit aber auch sozialer Kompetenzen beitragen. Dekan Michael Kiefer segnete die Halle und sprach in einer kurzen Predigt die Aspekte der Jugendförderung und des gemeinschaftlichen Miteinanders an. Ehrengaben für die geladenen Gäste waren ein Zeichen der Anerkennung vonseiten der beiden ausführenden Vereine für die vielfältige Unterstützung und abschließend gab es vom Stocksportkreisverband durch den Vorsitzenden Fritz Lorbeer ein Präsent zur Halleneröffnung. Auf den sportlichen Prüfstand kam die neue Halle nach den Eröffnungsfeierlichkeiten in einem zweitägigen Turnier. Darüber berichten wir im Sportteil.


