Der Stoißer-Alm-Teilnehmerschnitt stieg auf 139
Hans-Peter Fröhlich gibt sein Leichtathletik-Abteilungsleiteramt an Josef Doff ab / Bericht des Reichenhaller Tagblatts
ANGER (bit) - Halbe Sachen gibt es für ihn nicht: Wenn Hans-Peter Fröhlich aus Anger etwas macht, macht er es ganz oder gar nicht. Mit vollstem Engagement, Akribie, letztlich Herzblut ist er bei der Sache, das zeichnet den 51-Jährigen aus. Als Leichtathletik-Abteilungsleiter beim SC Anger war das nicht anders - doch damit ist jetzt Schluss. Fröhlich gab sein Amt ab, aus„vielen kleinen Gründen“, wie er sagt. Acht Jahre sind für ihn genug. Jüngere sollen es machen, wie es immer mal wieder geflügelt heißt.
Nicht unbedingt eine gute Nachricht für die erfolgreiche Sportclub-Sparte, lief mit dem Familienvater doch eigentlich alles wie am Schnürchen. Im gleichen Atemzug gab auch Leichtathletik- Vize Albert Hinterstoißer seinen Posten auf. Als Kassiererin bleibt Steffi Koch der Abteilung erhalten - „enorm wichtig“, wie Fröhlich urteilt. Positiv: Schon vor der jüngsten Jahreshauptversammlung der Angerer Leichtathleten fand sich ein neuer Vorstand: Josef Doff, 42 Jahre, Bruder des 2. Gesamt-Vorstandes im SC Anger, Franz Doff. Als neue Vize- Abteilungsleiterin fungiert künftig Andrea Zellner, die zusammen mit Josef Doff bereits die beiden Kinder- Gruppen der Ski-Sparte führt. Der neue Spartenchef trat nun das Erbe Fröhlichs an und möchte an die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. Der scheidende Vorsitzende bleibt der Abteilung mit Helferdiensten und in der Übergangszeit auch mit der Sponsorenbetreuung erhalten, sieht sein Engagement-Ende aber schon auch als klaren Schlussstrich. Zuletzt lief es aus Hans-Peter Fröhlichs Sicht nicht mehr optimal. Er machte sich viele Gedanken, wie es weitergehen könnte. Doch etliche Hindernisse ließen die Luft ein wenig ab, obendrein kam Privates ab und an zu kurz. Der leidenschaftliche Hobby- Fotograf, selbst als Läufer und Skitourengeher aktiv, beschäftigte sich schon einige Zeit mit dem Gedanken, seinen Posten abzugeben. Rückblickend waren die acht Jahre - 2004 hatte er das erste Abteilungsamt von Hermann Fagerer (führte die SC-Leichtathleten elf Jahre) übernommen - außerordentlich erfolgreich. „Den Stoißer Alm- Berglauf voranbringen“ nennt Fröhlich als Aufgabe, die ihm mit am meisten Spaß machte. Und er hat es gut gemacht: In den acht Jahren seines Wirkens stieg die durchschnittliche Teilnehmerzahl von 129 auf 139. Damit ist ein Thema angerissen, das der Angerer liebt: Statistiken. Peter Fröhlich setzte sich, als der Stoißer-Bewerb 2010 das Prädikat „Bayerische Meisterschaft“ erhielt, an seinen Schreibtisch und tippte die Teilnehmer/-innen aller 25 bis dato ausgetragenen Berglauf-Auflagen in eine Exel-Tabelle - einfach um beispielsweise herauszufinden, wer wie oft und wann dabei war oder gewonnen hatte. Fröhlichs Abteilungsleitung wird als jene in die SC-Historie eingehen, die akribisch festgehalten wurde. „Ich hab das gern gemacht, weil es mir Spaß gemacht hat“. Als Spartenchef hat auch niemand von ihm verlangt oder erwartet, Läufer- Aushängeschild Daniel Pickl mit seinem damaligen Trainer Werner Oberauer zum Hamburg-Marathon zu begleiten - er hat es trotzdem gemacht, weil „es mich einfach interessierte“. Mit den Spitzensportlern aus Afrika am Frühstückstisch im Hotel zu sitzen, das war schon etwas ganz Besonderes. Dabei erlebte Fröhlich aus erster Hand, welch außergewöhnlich privilegierte Betreuung die Profis aus Kenia & Co. erfahren. Da Pickl damals in die Hansestadt eingeladen war, wurde auch dem heimischen Drei-Mann-Team jene Luxus- Betreuung zuteil - und Peter Fröhlich, der auch privat gern durch die Welt reist, genoss das in vollen Zügen: „Das schönste Erlebnis meiner Amtszeit“. 27 Titel stehen in Fröhlichs Ära (fünf erfasste Jahre) zu Buche - eine stolze Bilanz. Dazu gesellten sich 17 Vizemeisterschaften und acht 3. Plätze. Höhepunkte waren freilich die WM- und EM-Gewinne des heimischen Rad-Asses Andreas Ortner. In der Angerer Leichtathletik-Abteilung, die Fröhlich stets eher als „Ausdauer- Sparte“ sah, sind auch die Sportarten Skibergsteigen, Rad und Sommerbiathlon integriert. Jeweils elf Deutsche und Bayerische Meistertitel gab‘s zwischen 2007 und 2011. Als Aushängeschilder seiner Amtszeit galten die Koch-Sisters Maria und Steffi, jener Daniel Pickl, Andi Ortner, Birgit Koch und Ex-Vize-Vorstand Albert Hinterstoißer selbst. Peter Fröhlich sah seine Aufgabe nicht nur im „Sitzungen besuchen“ und „Veranstaltungen organisieren“ (wie beispielsweise auch den Angerer Silvesterlauf) - das machte seine Zeit als Spartenboss zu etwas Außergewöhnlichem. Der 51-jährige, gebürtige Aichacher, kümmerte sich auch ums Sponsoren-Aquirieren, das Besorgen neuer Sport-Bekleidung für seine Athleten und vieles mehr - Beiwerk, wie er es selbst nennt, das ihm wichtig war. Seinem Nachfolger Josef Doff wünscht Hans-Peter Fröhlich „ein gutes Händchen in all seinen Entscheidungen und das Erreichen der gesteckten Ziele“. Er ist sich sicher, dass auch sein Nachfolger auf die nötige Unterstützung der Mitglieder in einer gut funktionierenden Abteilung bauen, ja aufbauen kann. Josef Doff möchte mit seinem Drei- Personen-Team auf der Kommandobrücke nahtlos an die höchst erfolgreiche Arbeit der beiden Vorgänger anschließen: „Wir werden uns hüten, recht viel zu ändern - es lief ja alles bestens“, so der Außendienstmitarbeiter in der Farben- und Lacke-Branche voller Respekt für die scheidende Crew. „Ein Anliegen ist es mir jedoch, mit neuen Aktionen schwerpunktmäßig die Kinder- und Jugendarbeit zu forcieren“, so Doff, der selbst als aktiver Fußballer und Skifahrer im SC Anger sportlich unterwegs war, vor allem im Schüler- und Jugendalter. Die bewährten vereinseigenen Veranstaltungen wie der Stoißer Alm-Berglauf, die Lois-Doff-Gedächtnisstaffel oder die Waldlaufmeisterschaft sollen in bewährter Art und Weise ihre Fortsetzungen finden. Sein Bruder Franz Doff hatte ihn gefragt, ob er nicht die Nachfolge von Peter Fröhlich antreten wolle. „Zunächst fühlte ich mich ein wenig mit dem Gedanken überfordert. Aber nach kurzer reichlicher Überlegung war mir eigentlich klar, dass man dieses Ehrenamt fortsetzen muss - ehe so eine Abteilung auch mal schnell den Bach runter gehen kann“, weiß Josef Doff. „Jetzt hoffe ich, dass wir die Leichtathletik-Sparte im Sinne von Peter und Albert erfolgreich weiterführen








