Anger weiter in Lauerstellung in der Tabellenspitze
Überlegener Sieg gegen Penzberg: 27:9
Mit gut 200 Zuschauern war die Aufhammer Sporthalle diesmal etwas weniger besetzt als beim Spitzenkampf gegen Bindlach, aber alle Daheimgebliebnen haben einen guten Oberliga-Kampf verpasst. Auch wenn der Ausgang bereits frühzeitig klar war, so haben die Penzberger doch alles drangesetzt, es den Angerern schwer zu machen. In fast jedem Kampf kam gute Spannung auf, hoffte man doch im Fernduell gegen Johannis II darauf, mit einem guten Mannschaftsergebnis bei einer Niederlage der Nürnberger den zweiten Platz zu erobern. Doch wenn das Ergebnis gegen Penzberg auch gut ausfiel, taten die Nürnberg den Angerern den Gefallen nicht und gewannen ihrerseits in Schonungen, so dass Bindlach und Johannis Nürnberg II weiter an der Spitze der Oberliga stehen. Am kommenden Wochenende kommt es dann zum spannenden Duell um den zweiten Platz, wenn Anger in Nürnberg auf die Reserve von Johannis trifft.
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SC Anger | AC Penzberg |
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| F | 55 | Baumgartner, Felix | Kramer, Thomas | TÜ | 4:0 |
| G | 60 | Argstatter, Benedikt | Wrba, Phillip | PS | 1:3 |
| F | 66 A | Kropf, Alexander | Welk, Martin | SS | 4:0 |
| G | 66 B | Steinbrecher, Michael | Gretschel, Guido | PS | 2:3 |
| F | 74 A | Hinterreiter, Josef | Seidler, Clemens | PS | 3:0 |
| G | 74 B | Drechsler, Attila | Horst, Alexander | TÜ | 4:0 |
| F | 84 A | Ortner, Manfred | Dürr, Alexander | PS | 3:0 |
| G | 84 B | Dennis Baumgartner | Petzenhammer, Matthias | PS | 0:3 |
| F | 96 | Koch, Bernhard | Vierke, Peter | PS | 3:0 |
| G | 120 | Koch, Alexander | Koch, Robin | PS | 3: |
In der Klasse 55 kg im freien Stil zeigte Felix Baumgartner Thomas Kramer seine Grenzen auf - der zwei Jahre jüngere Penzberger hatte mit 0:4/0:4/3:6 klar das Nachsehen, obwohl er Felix in der dritten Runde ziemlich in Bedrängnis brachte: Einmal nicht aufgepasst, konnte Kramer den Angerer fast Schultern, doch Baumgartner rollte sich aus der gefährlichen Lage und konterte den Angriff geschickt aus, so dass am Ende ein 4:0-Ergebnis wegen technischer Überlegenheit herauskam. Im Schwergewicht gr.-röm. trat Alexander Koch gegen seinen Namensvetter Robin Koch an, der jedoch gegen die kräftemäßige Überlegenheit des Angeres nichts entgegen zu setzen hatte. Vor allem in der Verteidigung konnte der Penzberger dem zehn Kilo schwereren Angerer nicht heben, so dass Anger mit 7:0 in Führung ging. Benedikt Argstatter, der in diesem Jahr in die 60 kg aufgerückt ist, traf gegen den drei Jahre älteren Phillip Wrba, der mit seiner Kampferfahrung den jungen Angerer problemlos in Schach hielt. Lediglich in Runde zwei zeigte Argstatter, was in ihm steckt: Fast glaubte man, dass er noch den Kampf drehen könnte, aber Runde drei und vier gingen wieder klar an Wrba, so dass Penzberg auf 8:3 verkürzt. Auf reine Abwehrarbeit verlegte sich Peter Vierke gegen Bernhard Koch,obwohl der Penzberger fast zehn Kilo mehr drauf hatte als Koch. Keine eigener Angriff, nur Abwehr, so dass Berni erst in den Schlusssekunden jeder Runde seinen Punkt machen konnte - das 0:1/0:1/0:1 ist für den Penzberger ein gutes Ergebnis, wobei Bernhard Koch sich nicht allzu verausgaben musste. In den 66 kg Freistil machte Alexander Kropf seinen zweiten Kampf des Tages - er rang bereits in der Bezirksmannschaft, wobei sein Sieg dort nicht gezählt wird. Aber auch gegen Martin Welk zeigte sich die Dominanz von Kropf, der Welkmit 7:0/6:0:/3:0 niederrang. Runde eins und zwei endeten nach weniger als 60 Sekunden, die dritte Runde beendete er nach 20 Sekunden mit einem Schultersieg gegen den überforderten Welk: 15:3 war der Pausenstand.
Im sechsten Kampf des Abends von Dennis Baumgartner gegen Matthias Petzenhammer sieht man die gut 20 Zentimeter Grössenunterschied, bei denen Baumgartner kaum Angriffe setzen kann. Auch seine Verteidigung in der ersten Runde kann er nicht durchbringen: 1:0 für Petzenhammer. Runde zwei und drei gehen ebenso an den Penzberger, die damit um drei Punkte verkürzen. Drei weitere Punkte, die letzten für Penzberg an diesem Abend, erringt dann Guido Gretschel gegen Michael Steinbrecher. Der Kampf beginnt sehr langsam, beide tasten einander lange ab und es gibt kaum Kampfszenen. Steinbrecher ist der aktivere Ringer und wählt die Oberlage, doch Gretschel verteidigt geschickt und Steinbrecher kann den Penzberger nicht drehen. Die zweite Runde ist genau anders: Nun bringt Steinbrecher seine Verteidigung durch und gleicht zum 1:1 aus. Die dritte Runde geht wieder an Gretschel, aber Steinbrecher zeigt in der vierten Runde, was in ihm steckt. Trotz einem Dreher von Gretschel gelingt ihm die Revanche, so dass die Runde vier an ihn geht. Dorch trotz starker Anfeuerung durch das begeister Publikum Fehlt die Kraft, den Penzberger zu drehen, Gretschel bringt seine Verteidigung durch und gewinnt mit 3:2. Dennoch sind zwei mitgeschriebene Runden gegen den starken Penzberger ein guter Erfolg. In den 84 kg Freistil spielt Manfred Orthner dann seine ganze Routine gegen Alexander Dürr aus. Der gut eingestellte Penzberger ist der beweglichere Ringer, aber Orthner gelingt der erste Punkt, in dem er nach ungestümen Angriff des Penzbergers diesen über den Mattenrand drängt. Das Kunststück gelingt ihm noch einmal, die Runde geht mit 2:0 an Orthner. Auch in Runde zwei merkt man die lange Erfahrung Orthners, ruhig tastet er Dürr ab und macht den ersten Punkt. Dann überschätzt sich der Penzberger bei einem Anriff und kommt zu Fall. Orthner ist der schnellere Ringer, beherrscht den Gegener und gewinnt die zweite Runde mit 2:0. Runde drei: Dürr versucht alles, aber er ist zu überhastet und bringt seine Angriffe nicht mehr durch. Zum Schluss fehlt auch die Kraft und Orthner gewinnt die Runde und drei Mannschaftspunkte für Anger.
Danach durfte Josef Hinterreiter gegen Clemens Seiler wieder im gewohnten Freistil ran. Es entspann sich ein spannender, schneller Kampf, bei dem Sepp seine ganze Routine ausspielen konnte. Seidler bringt keinen Angriff durch und kann erst in der dritten Runde zwei Punkte setzen, doch Hinterreiter kontert jeweils geschickt und bringt drei weitere Mannschaftspunkte nach Hause. Kurzen Prozess macht dann Angers Routinier Attila Drechsler im letzten Kampf des Abends gegen den jungen Alex Horst. Schnell führt er mit vier Punkten und verwaltet dann das Ergebnis - ein Durchdreher und die Runde ist durch. Die zweite Runde ist ähnlich, das Ergebnis voraussehbar. Gefordert wird Attila heute sicherlich nicht mehr. So geht auch die dritte Runde mit 4:0 an Drechsler, der als technisch überlegener Punktsieger das 27:9 Endergebnis herstellt. Auch in der Oberliga ist der Ungar wohl kaum von einem Gegner zu schlagen.
Obwohl Penzberg an diesem Abend nicht wirklich gefährlich wurde, so kam es doch zu interessanten Kämpfen - es muss nicht immer ein Schlager-Kampf sein, wenn man guten Ringsport in Anger sehen will. Eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung, eine vom Trainergespann gut eingestellte Mannschaft und motivierte Gegner: Ein interessanter Kampfabend ging für den SC mit einem guten Ergebnis zu Ende.










