Angerer Ringer auf Bayerischen Meisterschaften

Die Angerer Ringer und Betreuer am Sonntag nach den Kämpfen in griechisch-römisch ((C) Evelyn Hogger).
Die Angerer Ringer und Betreuer am Sonntag nach den Kämpfen in griechisch-römisch ((C) Evelyn Hogger).

Das mutmaßlich größte Turnier Deutschlands veranstaltete am vergangenen Wochenende der Bayerische Ringerverband, der die Athletinnen und Athleten des Freistaats für die Bayerischen Meisterschaften 2026 in die HUK-Coburg Arena in der gleichnamigen oberfränkischen Stadt einlud. An zwei Tagen wurden sowohl in beiden Stilarten als auch in allen Altersklassen die Bayerischen Meisterinnen und Meister ermittelt, wobei es insgesamt rekordverdächtige 941 Teilnahmen gab. Auch 23 Ringerinnen und Ringer des SC Anger nahmen die mehr als vierstündige Anreise nahe der Grenze zu Thüringen auf sich, von denen wiederum neun sogar in beiden Stilarten antraten. Am Ende durfte sich der SCA über eine Bronze-, elf Silber- und in Form von Stefan Koch, Sebastian Gröbner, Max Hinterstoißer und Benedikt Argstatter vier Goldmedaillen sowie den achten Platz in der Mannschaftswertung freuen.

Das lange Turnierwochenende begann am Samstag mit den Kämpfen im Freistil, in denen sowohl die weibliche Jugend und Frauen als auch die männliche Jugend und Männer auf die Matten gingen. In der C-Jugend (Jahrgänge 2016 & 2017) blieb Max Hogger bis 30 kg im stärkeren der beiden Pools ohne Erfolg und wurde nach drei Niederlagen in der Endabrechnung Siebter. Mehr Erfolg hatte bis 34 kg Stefan Koch, der mit drei Schultersiegen in der jeweils ersten Kampfminute ungefährdet ins Finale einzog. Hier musste er dann allerdings seinem Nürnberger Kontrahenten den Vortritt lassen, womit der junge Angerer insgesamt die Silbermedaille gewann. Bis 40 kg begann Benno Schmidt seinen Turniertag mit einer knappen 12:15 Punktniederlage, auf die er in der Folge aber einen souveränen Schultersieg folgen ließ und so noch ins kleine Finale einzog. In diesem konnte sich der junge Angerer dann allerdings nicht mehr durchsetzen und wurde dadurch am Ende Vierter aus neun Teilnehmern. Eine Gewichtsklasse höher maß sich Alexander-Aurelius Opitz bis 42 kg im nordischen Stil (jeder-gegen-jeden) mit seinen vier Kontrahenten und begann direkt mit einem technisch überlegenen Sieg zum Auftakt. Auf eine Niederlage gegen den späteren Bayerischen Meister im zweiten Kampf ließ der heimische Ringer in der Folge noch zwei vorzeitige Siege folgen und durfte sich somit am Ende über den Gewinn der Silbermedaille freuen. Bis 45 kg schickte der SCA mit Dominik Helminger und Alexander Kirchner gleich zwei Starter ins Rennen, wobei letzterer mit einer ausgeglichenen Pool-Bilanz von zwei Niederlagen und zwei Schultersiegen zum Abschluss im Finale um den fünften Platz stand. Hier fackelte der junge Angerer nicht lange und sorgte mit einem weiteren Schultersieg nach einer halben Minute für einen positiven Turnierabschluss. Sein Teamkollege war derweil im parallelen Pool mit zwei Schultersiegen und nur einer Niederlage ins kleine Finale vorgestoßen. Hier lieferte sich Helminger mit seinem Kelheimer Kontrahenten ein spannendes Duell, an dessen Ende der Niederbayer beim 10:14 Endstand knapp die Nase vorn hatte und der heimische Nachwuchsringer somit Vierter aus zehn Teilnehmern wurde. Komplettiert wurde die starke Angerer C-Jugend Staffel mit Franziska Wimmer bis 46 kg, die sich im nordischen Stil gegen ihre vier Mitstreiter allerdings jeweils nicht durchsetzen konnte und am Ende Fünfte wurde.

In der B-Jugend (Jahrgänge 2014 & 2015) war der SC Anger bis 48 kg mit Jakob Hinterstoißer vertreten, der es mit 15 Mitstreitern zu tun bekam. Der junge Angerer zeigte eine starke Leistung und rang sich mit zwei Schultersiegen und einem klaren Punktsieg bis ins Poolfinale vor, in dem er sich nach vier intensiven Kampfminuten allerdings knapp mit 0:4 geschlagen geben musste. Auch das abschließende kleine Finale konnte Hinterstoißer leider nicht mehr für sich entscheiden und landete dadurch auf dem undankbaren vierten Platz. Eine Gewichtsklasse höher verlor Christoph Koch seinen Auftaktkampf bis 52 kg mit 4:8 nach Punkten, ließ darauf aber im zweiten Auftritt einen Schultersieg folgen. Im dritten Duell musste sich der junge Angerer dann zum zweiten Mal mit 4:10 nach Punkten geschlagen geben und schied somit als Siebter aus. In der weiblichen Jugend (Jahrgänge 2009 – 2013) bekam es Viktorija Vasiljevic bis 47 kg im nordischen Modus mit drei Mitstreiterinnen zu tun, wobei die junge Angererin am Ende eine Bilanz von einem Schultersieg und zwei Niederlagen aufwies, was in Konsequenz den dritten Platz sowie die damit verbundene Goldmedaille bedeutete. Ihre Teamkollegin Emma Auer hatte bis 66 kg nur eine Kontrahentin, wobei im Best-of-Modus in drei Kämpfen die Bayerische Meisterin ermittelt wurde. Bei ihrem ersten großen Turnier gelang der jungen Angererin zum Auftakt direkt ein hart erkämpfter 8:6 Punktsieg, ehe sie sich in den weiteren beiden Duellen jeweils geschlagen geben musste und somit Silbermedaillengewinnerin wurde. In der A-Jugend (Jahrgänge 2009 – 2011) ging Leonhard Koch bis 60 kg auf die Matte und bekam es in seinem ersten Jahr in der höheren Altersklasse direkt mit 21 Mitstreiterin zu tun. Davon unbeeindruckt begann der junge Angerer den langen Turniertag mit zwei technisch überlegenen Siegen, denen im weiteren Verlauf zwei sichere Punktsiege folgten, was in der Konsequenz das Poolfinale bedeutete. Hier musste Koch die Stärke seines Kontrahenten anerkennen, womit zum Abschluss das kleine Finale wartete. Auch hier hatte der heimische Nachwuchsringer leider das Nachsehen und landete trotz seiner starken Gesamtleistung auf dem undankbaren vierten Platz. Ein guter Start gelang auch Albert Raisch, der bis 80 kg mit einem technisch überlegenen und einem Schultersieg begann. In der Folge musste sich der junge Angerer dann allerdings zweimal geschlagen geben und schied als Siebter aus 14 Teilnehmern aus.

Eine starke Leistung zeigte bei den Junioren (Jahrgänge 2006 – 2008) Michael Enzinger, der bis 57 kg mit einem technisch überlegenen und zwei Schultersiegen souverän durch den Pool marschierte. Auch im Halbfinale mit dem Zweitplatzierten des anderen Pools, das aufgrund der im Vergleich zu anderen Gewichtklassen geringeren Teilnehmerzahl ausgerungen wurde, gab sich der junge Angerer keine Blöße und zog mit einem klaren 12:5 Punktsieg ins Finale ein, in dem die Siegesserie Enzingers allerdings ein Ende fand, sodass er am Ende die Silbermedaille gewann. Ein sehr ähnliches Turnier rang bis 65 kg auch Andreas Hocheder, der mit vier technisch überlegenen Siegen ungefährdet ins Poolfinale vorstieß, welches er in einem dramatischen Kampf beim Endstand von 4:4 aufgrund der letzten Wertung gewann. Im abschließenden Finale fand der heimische Nachwuchsringer dann kein Mittel mehr gegen seinen Kelheimer Kontrahenten und wurde wie zuvor sein Mannschaftskollege Gewinner der Silbermedaille. Ein weiterer Angerer Ringer mit tadelloser Bilanz im Pool war bei den Männern bis 70 kg Lorenz Hagelauer, der nach zuvor drei vorzeitigen Siegen das Poolfinale knapp mit 3:1 zu seinen Gunsten entschied. Allerdings musste auch er sich im abschließenden Finale letztendlich geschlagen geben und steuerte somit eine weitere Silbermedaille zur Angerer Sammlung bei. Bis 79 kg verlor Philipp Bart nach einer unglücklichen Schulterniederlage im Auftaktkampf auch sein zweites Duell nach Punkten und schied dadurch vorzeitig als Zehnter aus 13 Teilnehmern aus. Eine Gewichtklasse höher war Benedikt Argstatter einer von insgesamt 17 Ringern bis 86 kg und war analog zu seinen Mannschaftskollegen im Pool nicht zu bremsen. Mit fünf vorzeitigen Siegen – zweimal technisch überlegen und dreimal «auf Schulter» – zog der Angerer souverän ins Finale ein und ließ auch dort seinem Oberölsbacher Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance, indem er sich noch in der ersten Minute einen weiteren Schultersieg sowie damit einhergehend den Titel des Bayerischen Meisters sicherte. Bis 92 kg Freistil startete Mohammed Khasaev, der im Mannschaftsringen zwar für den SCA antritt, bei Einzelturnieren aber weiterhin für seinen Heimatverein AC Bad Reichenhall aufläuft. Mit einem hauchdünnen 13:12 Punktsieg und einer Schulterniederlage hatte er mit zwei weiteren Ringern, die im direkten Vergleich ebenfalls eine ausgeglichene Bilanz aufwiesen, knapp das Nachsehen und stand zum Abschluss im Finale um den fünften Platz. Dieses beendete Khasaev nach eineinhalb Minuten per Schultersieg und sorgte damit für einen versöhnlichen Turnierabschluss.

Die Angerer Freistil Staffel (in schwarz) beim Einmarsch am Samstag.
Die Angerer Freistil Staffel beim Einmarsch am Samstag.

Einen Tag später folgten am Sonntag die Kämpfe in griechisch-römisch, bei denen der SC Anger erneut einige Ringer auf die Matte schickte. In der C-Jugend wies Max Hogger im Pool eine Bilanz von zwei Niederlagen und einem intensiv erkämpften 12:8 Punktsieg auf, womit er zum Abschluss im Finale um den fünften Platz stand. In diesem musste sich der junge Angerer allerdings geschlagen geben und wurde somit Sechster. Bis 33 kg zeigte Stefan Koch wie schon am Tag zuvor im Pool eine tadellose Leistung und zog mit zwei Schulter- und einem technisch überlegenen Sieg ins Halbfinale ein, welches er mit einem weiteren Schultersieg für sich entschied. Nach seiner Niederlage im Freistil-Finale ließ der junge Angerer seinem Kontrahenten dieses Mal keine Chance und krönte sich mit einem Schultersieg nach nur 19 Sekunden überlegen zum Bayerischen Meister. Nach zwei Niederlagen und einem Schultersieg stand Benno Schmidt bis 39 kg zum Abschluss im Finale um den fünften Platz, in dem sich der heimische Nachwuchsringer erneut per Schultersieg durchsetze und somit Fünfter wurde. Alexander-Aurelius Opitz trat bis 42 kg im nordischen Stil gegen seine vier Konkurrenten an und gewann zum zweiten Mal an diesem Wochenende die Silbermedaille, nachdem er auf eine Auftaktniederlage in der Folge drei technisch überlegene Siege folgen ließ. Wie schon am Vortag war der SCA bis 45 kg mit zwei Startern vertreten, wobei Alexander Kirchner nach zwei Niederlagen zum Abschluss im Finale um den fünften Platz stand. Dieses entschied der junge Angerer ungefährdet per Schultersieg für sich und wurde somit erneut Fünfter. Parallel war sein Mannschaftskollege Dominik Helminger nach einem Schultersieg und einer Niederlage ins Halbfinale vorgestoßen, in dem er sich allerdings geschlagen geben musste und somit ins kleine Finale einzog. Auch hier musste der heimische Nachwuchsringer die Stärke seines Kontrahenten anerkennen und wurde ebenfalls wie bereits am Vortag Vierter.

In der B-Jugend entschied Jakob Hinterstoißer seinen Pool mit zwei Schultersiegen klar für sich und zog somit bis 48 kg ins Halbfinale ein, welches er ebenfalls auf diese Art und Weise gewann. Im Finale musste er sich dann allerdings seinem Burghausener Kontrahenten geschlagen geben, wobei die Enttäuschung über die Niederlage schnell der Freude über den Gewinn der Silbermedaille wich. Auch Christoph Koch konnte sich im Vergleich zum Vortag noch einmal steigern und zog nach einer Niederlage und zwei Siegen als Poolzweiter ins Halbfinale bis 52 kg ein. In diesem bezwang er den Gewinner des zweiten Pools souverän per Schultersieg und stand damit zum Abschluss sogar noch im Finale. Hier traf er ein zweites Mal auf seinen Hofer Konkurrenten aus dem Pool und musste sich zwar erneut geschlagen geben, konnte sich aber ebenfalls über den Gewinn der Silbermedaille freuen. Quasi in einer eigenen Leistungsklasse rang in der A-Jugend bis 60 kg Sebastian Gröbner, der seine vier Kämpfe im Pool allesamt in der ersten Runde per technischer Überlegenheit für sich entschied. Auch das abschließende Finale beendete das heimische Nachwuchstalent bereits nach 22 Sekunden zu seinen Gunsten und wurde damit hochverdienter Bayerischer Meister. Dem in nichts nach stand bis 65 kg sein Mannschaftskollege Max Hinterstoißer, der ebenfalls mit zwei technisch überlegenen und einem Schultersieg konkurrenzlos durch den Pool marschierte. Das Finale entschied der junge Angerer mit einem weiteren technisch überlegenen Sieg nach 77 Sekunden erneut mehr als deutlich für sich und wurde somit ebenfalls souveräner Bayerischer Meister. Bis 80 kg wies Albert Raisch nach den Poolkämpfen eine ausgeglichene Bilanz von zwei technisch überlegenen Siegen und zwei Niederlagen auf, womit er ins Finale um den fünften Platz einzog. Hier ließ der heimische Nachwuchsringer seinem Kontrahenten keine Chance und sorgte mit einem technisch überlegenen Sieg nach 75 Sekunden für einen erfolgreichen Turnierabschluss.

Eine starke Leistung zeigte bei den Männern bis 72 kg Paul Hogger, der nach zwei technisch überlegenen Siegen auch das Poolfinale mit einem hart erkämpften 3:1 Punktsieg für sich entschied. Im Finale um Gold ließ der Angerer nichts unversucht, musste sich nach sechs intensiven Minuten aber letztendlich geschlagen geben und gewann dadurch Silber. Auch Franz Fröhlich konnte bis 77 kg seinen Pool für sich entscheiden, wobei er sich seiner Gegner mit drei technisch überlegenen Siegen in jeweils unter zwei Minuten souverän entledigte. Im Finale traf der Angerer auf einen aus der Mannschaftssaison bekannten Burgebracher Kontrahenten, dem er sich erneut geschlagen geben musste und somit ebenfalls bei der Siegerehrung die Silbermedaille erhielt. Nach einem technisch überlegenen Auftaktsieg musste sich Mohammed Khasaev bis 97 kg anschließend zweimal geschlagen geben und schied somit als Zehnter aus. Im Schwergewicht bis 130 kg zeigte Andreas Holthaus eine gute Leistung und gewann seine ersten beiden Kämpfe jeweils per Schultersieg. Anschließend musste sich der Angerer zwar zweimal geschlagen geben, zog aber trotzdem noch ins Finale um den fünften Platz ein. Dieses konnte Holthaus nicht mehr für sich entscheiden und wurde dadurch Sechster aus zwölf Teilnehmern. (Lukas Koch)

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