Auf eine knapp 450 km weite Reise nach Brno im Südosten der Tschechischen Republik machten sich am vergangenen Wochenende eine Gruppe Angerer Ringerinnen und Ringer, um sich am dortigen Grand Prix mit einem breiten Teilnehmerfeld zu messen. Die insgesamt 183 Teilnehmer aus 35 Vereinen stammten neben Tschechien und Deutschland auch aus Österreich, der Slowakei, Serbien, Kroatien, Italien, Polen, Ungarn sowie Litauen, was dem im Freistil ausgetragenen Turnier ein internationales Flair verlieh. Die zwölf heimischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die durch sechs Betreuer unterstützt wurden, gingen in der B-Jugend, bei den Kadettinnen sowie bei den Männern an den Start und erreichten unter anderem mit jeweils zwei Gold-, Silber- und Bronzemedaillen den hervorragenden dritten Platz in der Mannschaftswertung.
In der B-Jugend wurde Leonhard Koch bis 68 kg bei insgesamt neun Teilnehmern mit etwas Losglück in den kleineren Pool gelost und startete mit einem technisch überlegenen Sieg optimal ins Turnier. Anschließend lieferte sich der junge Angerer im zweiten Duell einen knappen und hochspannenden Kampf, bei dem er beim 11:11 Endstand aufgrund der höheren Wertung leider das Nachsehen hatte. Mit einer weiteren Niederlage in der dritten Runde stand Koch zum Abschluss im Finale um den fünften Kampf, in dem er sich einen sicheren 11:4 Punktsieg erkämpfte und dadurch einen positiven Turnierabschluss feierte. Eine Klasse für sich war bis 75 kg Albert Raisch, der in seinen ersten beiden Kämpfen zwei Schultersiege feierte. Nachdem er auch das dritte Duell im Pool durch technische Überlegenheit vorzeitig gewann, zog der junge Angerer verdient ins Finale ein. Auch hier war der heimische Nachwuchsathlet nicht zu bremsen und legte seinen Kontrahenten bereits mit der ersten Wertung auf die Schultern, was ihm schlussendlich die umjubelte Goldmedaille einbrachte. Bei den Kadettinnen vertrat Sofia Koch bis 61 kg die Angerer Farben und maß sich mit ihren drei Kontrahentinnen im nordischen (jeder-gegen-jeden) Modus. Die junge Angererin beendete ihren Auftaktkampf beim Stand von 6:0 vorzeitig durch einen Schultersieg, musste sich dann allerdings im zweiten Duell technisch überlegen geschlagen geben. Somit sollte der finale dritte Kampf über den Gewinn der Silbermedaille entscheiden, wobei sich Koch in einem bis zuletzt spannenden Duell knapp mit 7:5 nach Punkten durchsetzte und somit starke Zweite wurde.
Ebenfalls im nordischen Modus ging bei den Männern bis 57 kg Michael Enzinger auf die Matte, der sich im ersten von vier Kämpfen knapp mit 2:4 nach Punkten geschlagen geben musste. Von diesem Rückschlag ließ sich der Angerer nicht unterkriegen und gewann sowohl sein zweites als auch sein drittes Duell vorzeitig durch technische Überlegenheit, wobei er auch jeweils keine Gegenpunkte zuließ. Dementsprechend musste auch hier die abschließende Runde über Silber und Bronze entscheiden, die Enzinger beim 7:11 Endstand letztendlich leider nicht für sich entscheiden konnte, was ihm in der Endabrechnung den dritten Platz einbrachte. Einen Sahnetag erwischte bis 65 kg Andreas Hocheder, der sich im Pool mit seinen beiden Kontrahenten keine Blöße gab und mit zwei vorzeitigen Siegen ins Finale einzog. Auch dieses beendete der junge Angerer vorzeitig, indem er seinen Widersacher beim Stand von 6:2 auf beide Schultern fixierte und somit die zweite Angerer Goldmedaille gewann. Bis 70 kg schickte der SCA mit Lorenz Hagelauer und Paul Hogger zwei Athleten ins Rennen, die in zwei unterschiedliche Pools gelost worden waren. Ersterer kämpfte sich mit einem Schultersieg sowie einem ungefährdeten technisch überlegenen Sieg ins Poolfinale vor, in dem er sich allerdings dem späteren Turniersieger geschlagen geben musste und somit zum Abschluss im kleinen Finale stand. Dieses hatte parallel auch sein Mannschaftskamerad erreicht, der es in seinem Pool mit einem Mitstreiter wenig zu tun bekommen hatte. Nach einem ereignisreichen 12:5 Auftaktsieg mit besserem Ende für den Angerer musste auch Hogger sich einmal geschlagen geben, wodurch ein vereinsinternes Duell über den Gewinn von Bronze entscheiden sollte. Als ausgewiesenes Freistil-Ass wurde Hagelauer gegen den typischerweise eher in griechisch-römisch anzutreffenden Hogger seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich mit einem technisch überlegenen Sieg den dritten Platz.

Auch eine Gewichtsklasse höher hatten die Angerer Ringer bis 74 kg zwei ihrer Ringer aufgeboten, die dieses Mal allerdings in denselben Pool gelost worden waren. Simon Resch, der wie zuvor Hogger eigentlich als Klassiker bekannt ist, fand sich auch im Freistil gut zurecht und beendete jedes seiner vier Vorrundenduelle per Schultersieg, wobei er auch lediglich fünf Gegenpunkte zuließ. Erst im abschließenden Finale wurde der Lauf des jungen Angerers schließlich gestoppt, als er sich dort mit 1:9 nach Punkten geschlagen geben musste, was die Freude über Silber aber nur kurz beeinträchtigte. Eine gute Leistung zeigte auch Benedikt Harrer, der als Gastringer des TV Traunstein mitgefahren war und dem nach einer Auftaktniederlage und einem Freilos in der dritten Runde einen Schultersieg gelang. Eine weitere Niederlage im vereinsinternen Duell mit Resch bedeutete zum Abschluss das Finale um den fünften Platz, in dem sich der heimische Ringer letztendlich einen verdienten 10:5 Punktsieg erkämpfte und damit einen erfolgreichen Turnierabschluss feierte. Auch bis 79 kg waren neun Ringer angetreten, wobei sich mit Benedikt Resch ein weiterer Greco-Ringer ins ungewohnte Freistil-Terrain wagte. Der junge Angerer bewies dabei Nervenstärke und Kampfgeist, indem er in seinen ersten beiden Duellen zwei knapp erkämpfte 14:12 bzw. 11:10 Punktsiege feierte, ehe er sich in Folge zweimal geschlagen geben musste und damit abschließend im Finale um den fünften Platz stand. In diesem konnte Resch eine Schulterniederlage nicht verhindern und wurde somit guter Sechster. Elf Kontrahenten erwarteten bis 86 kg Stefan Nitzinger, der sich damit in der größten Gewichtsklasse des Turniers wiederfand. Von einer 2:12 Auftaktniederlage zeigte sich der junge Angerer unbeeindruckt und entschied sein zweites Duell beim beinahe ausgeglichenen Stand von 10:8 durch einen Schultersieg. Im dritten Duell konnte der heimische Athlet dann allerdings seine zweite Niederlage nicht verhindern, wodurch er als Siebter ausschied. Einen optimalen Start ins Turnier feierte bis 92 kg Philipp Bart, der zum Auftakt mit 10:0 durch technische Überlegenheit gewann. Ohne Erfolg blieb der Angerer dagegen in der zweiten Runde, als er selbst vorzeitig unterlag, wodurch nach einem Freilos die vierte Runde über den Einzug ins kleine Finale entscheiden sollte. Hier musste sich Bart letztendlich mit 1:9 erneut geschlagen geben, womit er zum Abschluss im Finale um den fünften Platz stand, welches der Angerer kompromisslos mit einem Schultersieg zu seinen Gunsten entschied.
Das Trainerteam Radovan Valach und Bernhard Koch, das während der Kämpfe am Mattenrand zusätzlich durch Christoph Koch, Jakob Hogger, Sebastian Gröbner und Simon Öllinger unterstützt worden war, zeigte sich unabhängig vom Gewinn etwaiger Medaillen vollumfänglich zufrieden mit den Leistungen all ihrer Schützlinge, die damit auch ihre starke Entwicklung im Training in den vergangenen Monaten bestätigten und weiterhin wertvolle Erfahrungen sammelten. «Die Ergebnisse geben uns Mut und Motivation für die begonnene Nachwuchsarbeit.», erklärte Valach, der seit Oktober 2025 das Angerer Trainerteam verstärkt. Im Anschluss an den Grand Prix wurde die Leistungen mit einem gemeinsamen Abendessen gefeiert, ehe es am Sonntag wieder zurück nach Anger ging. (Lukas Koch)



