Einen kollektiven Moment der Erleichterung erlebten am vergangenen Samstag die Ringer des SC Anger, nachdem sie den direkten Konkurrenten SC Isaria Unterföhring zuhause mit 17:14 bezwangen und damit nicht mehr auf den achten Tabellenplatz zurückfallen können. Anders als im Hinkampf musste sich die zweite Mannschaft dieses Mal der Reserve der Münchner geschlagen geben und unterlag mit 16:28. Die Schülermannschaft verlor am Freitagabend gegen den bereits feststehenden Meister vom SV Wacker Burghausen mit 12:23, ehe sie am Samstag beide Duelle mit Olympic Salzburg klar für sich entschied.
Für das vorentscheidende Heimduell mit Unterföhring hatte sich der Angerer Trainerstab einiges einfallen lassen und schickte bis 57 kg griechisch-römisch Sebastian Gröbner, der dafür mannschaftsdienlich einiges an Gewicht gemacht hatte, auf die Matte. Gegen den weiterhin ungeschlagenen Volodymr Marchenko konzentrierte sich der junge Angerer vor allem auf die Verteidigung und ließ bei den Ausheber-Versuchen des Ukrainers zweimal nur zwei statt vier Punkte zu. Insgesamt verhinderte Gröbner einen vorzeitigen Sieg seines Kontrahenten deutlich und gab beim 0:10 Endstand nur drei Mannschaftspunkte ab. Seinen ersten Punktegaranten spielte der SCA bis 130 kg Freistil aus, wo Milan Andras Korcsog, der zum ersten Mal vor heimischen Publikum auftrat, keine Probleme mit Dimitros Samanidis hatte. Gegen den um einiges leichteren Unterföhringer erzielte Angers Ungar immer wieder mit Beinangriffen oder Durchdrehern Wertungen und gewann genau mit dem Pausengong durch technische Überlegenheit. Auch bis 61 kg Freistil ging die Heimmannschaft als Favorit auf die Matte, nachdem Nikolozi Santeladze gegen Tobias Kohler bereits im Vorjahr zweimal vorzeitig gewonnen hatte. Der Georgier begeisterte die Zuschauer vor allem mit einem Achselwurf sowie einem Beinangriff am Mattenrand, der mit der Maximalwertung von fünf Punkten belohnt wurde und gleichzeitig den Vorsprung des Angerers auf 18:2 anwachsen ließ, sodass auch Santeladze vier Mannschaftspunkte holte. Bis 98 kg griechisch-römisch ging nicht wie in den Vorwochen Simon Öllinger, sondern Alexander Koch auf die Matte und traf stilartfremd auf Hans Mara. Eine knappe 1:0 Pausenführung, die durch eine von Kampfrichter Robert Reitmeier angeordnete Bodenlage zustande gekommen war, erhöhte der Angerer zu Beginn des zweiten Durchgangs noch auf 2:0, ehe der Unterföhringer vor allem mit Rausschieben mehrere Wertungen erzielte und beim 2:5 Endstand letztendlich zwei Mannschaftspunkte gewann.
Im letzten Duell vor der Pause traf Felix Baumgartner wie schon im Hinkampf auf Jacopo Sandron, wobei der Angerer anders als vor sieben Wochen die Ausheber des Italieners dieses Mal nicht verteidigen konnte. Der Bronzemedaillengewinner der EM 2018 holte so Punkt um Punkt und sicherte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff die technische Überlegenheit, wodurch die Gäste nach fünf Kämpfen knapp mit 8:9 führten. Eine weitere Neuauflage war die Auseinandersetzung zwischen Benedikt Argstatter und Marcel Berger bis 86 kg Freistil, die der Angerer im Hinkampf durch einen erfolgreichen Angriff zehn Sekunden vor Schluss für sich entschieden hatte. Dieses Mal drehte der Unterföhringer den Spieß um und glich einen 2:1 Vorsprung Argstatters kurz vor Schluss durch Rausschieben auf 2:2 aus, wodurch er durch die zuletzt erzielte Wertung gewann und dafür einen Mannschaftspunkt erhielt. Bis 71 kg Freistil gestaltete Lorenz Hagelauer seinen Kampf gegen Dominic Thiel anfangs ausgeglichen und lag nach drei Minuten knapp mit 0:2 in Rückstand. Nach der Pause gelangen dem Unterföhringer dann allerdings einige erfolgreiche Angriffe sowie kampfentscheidend das Fassen einer Beinschraube, durch die der Unterföhringer mehrere Zweierwertungen holte und zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch durch technische Überlegenheit gewann. Beim Zwischenstand von 8:14 benötigte der SCA damit zum Abschluss zwingend drei Siege, um den Heimkampf doch noch für sich zu entscheiden.

Den ersten holte bis 80 kg griechisch-römisch Simon Öllinger, der wie zuvor Sebastian Gröbner für den Start in dieser Klasse einiges an Gewicht verloren hatte. Gegen Leonidas Tzampisvili war der Angerer von Beginn der dominierende Ringer und erarbeitete sich vor allem durch Durchdreher nach angeordneten Bodenlagen einen immer größer werdenden Vorsprung, der lediglich durch eine Schleuder des Unterföhringers am Mattenrand einmal verkürzt wurde. Eine Minute vor Schluss führte Öllinger mit 17:5 und ging etwas ins Risiko, um durch technische Überlegenheit zu gewinnen, wobei Tzampisvili allerdings konterte und bis zum Schlusspfiff noch bis auf 17:8 herankam, was aber weiterhin drei Mannschaftspunkte für den SCA bedeutete. Eine dritte Neuauflage aus der Hinrunde war das Duell zwischen Franz Fröhlich und Amlet Mamatzanian, in dem der Angerer nach knapp einer Minute durch einen Armdrehschwung in Führung ging. Im Anschluss fing Fröhlich einen Wurfversuch des Unterföhrings ab und drehte diesen im Boden bis zum Erreichen der technischen Überlegenheit, womit er nicht nur sein Ergebnis von vor sieben Wochen wiederholte, sondern seine Farben auch mit 15:14 in Führung brachte. Es war damit bis 75 kg Freistil Matthias Eckart vorbehalten, den Heimsieg unter Dach und Fach zu bringen, indem er gegen Laurin Huber einen Sieg jedweder Größe holen musste. Der Angerer ging von Beginn an souverän zu Werke und erarbeitete sich durch einen erfolgreichen Beinangriff einen 2:0 Pausenvorsprung. Im zweiten Durchgang baute er diesen durch weitere Aktionen wie das Abfangen einer Kopfklammer auf final 7:1 aus, was in Summe zwei Mannschaftspunkte einbrachte und dem SCA einen 17:14 Heimerfolg bescherte. Durch die parallele Niederlage von Schlusslicht Hof beim Spitzenreiter Westendorf haben die Angerer Ringer nun wieder drei bzw. vier Punkte Vorsprung auf Unterföhring bzw. die Oberfranken, die am kommenden Samstag im direkten Duell aufeinandertreffen und sich somit auch gegenseitig die Punkte streitig machen. Dadurch kann der SCA im schlechtesten Fall auch nur noch auf den siebten Platz zurückfallen, was unter normalen Umständen auch den Klassenerhalt bedeuten sollte. Eine denkbare, aber seit dem vergangenen Wochenende nicht mehr allzu realistische Ausnahme wäre ein Abstieg von Johannis Nürnberg aus der zweiten Bundesliga in Kombination mit einem Verpassen des ersten Platzes in der Oberliga durch ihre zweite Mannschaft. Diese führt die zweithöchste Liga Bayerns allerdings zwei Kampftage vor Schluss mit drei Punkten Vorsprung an und trifft an diesen auf die beiden Schlusslichter aus Freising und Kempten, sodass den Mittelfranken die Meisterschaft wohl kaum noch zu nehmen ist.
Die zweite Mannschaft der Angerer musste sich dieses Mal im Vorkampf dem SC Isaria Unterföhring mit 16:28 geschlagen geben, nachdem der Hinkampf noch knapp mit 22:24 gewonnen worden war. Jakob Hogger begann bis 57 kg griechisch-römisch gegen Mahmoud Alezzo mit einem Armdrehschwung und mehreren Durchdrehern, ehe der Unterföhringer selbst durch einen Armdrehschwung verkürzte. Nach der Pause erhöhte der Angerer noch einmal mit einem Kopfpressgriff, ehe sich das Duell zwischen den beiden inzwischen erschöpften Ringern in den letzten beiden Kampfminuten ausgeglichen gestaltete. Bim 21:9 Endstand holte Hogger die ersten drei Mannschaftspunkte. Ein weiterer kam bis 130 kg griechisch-römisch durch Andreas Holthaus hinzu, in dessen 5:3 Punktsieg über Kürsat Kabal ein Kopfzug die ausschlaggebende Wertung war. Eine Mischung aus Beinangriffen und Durchdrehern war bis 61 kg Freistil das Erfolgsrezept von Leonhard Koch gegen Toni Willig, der beim 19:6 Endstand die Angerer Führung auf 7:0 erhöhte. Eine vermeidbare Schulterniederlage musste bis 98 kg Freistil Philipp Bart hinnehmen, der gegen Samuel Heurung bereits mit 5:0 führte, als ihn der Unterföhringer bei der Abwehr eines Beinangriffs abklemmte und so auf den Rücken drehte.
Eine gute Defensivleistung zeigte bis 66 kg griechisch-römisch Max Hinterstoißer, der seinem Kontrahenten Marko Chernyshev im Hinkampf noch 15:1 unterlegen hatte. Dieses Mal ließ der junge Angerer im Boden kaum etwas zu und verlor beim 2:6 Endstand nur mit zwei Mannschaftspunkten. Eine weitere unnötige Schulterniederlage kassierte bis 86 kg griechisch-römisch Michael Klouceck, der gegen Anton Marthen eine ursprünglichen 0:3 Rückstand durch einen Angriff zur Hüfte mit Wurf schon auf 4:3 gedreht hatte, ehe ihn der Unterföhringer in der vierten Kampfminute mit einem Kopfzug erwischte. Ohne Erfolg blieb bis 75 kg Freistil auch Florian Koch, der von Lorenz Marthen bei einer Kopfklammer gekontert und schließlich geschultert wurde.

Bis 57 kg Freistil lieferten sich Michael Enzinger Mahmoud Alezzo anfangs ein ausgeglichenes Gefecht mit einigen intensiv ausgekämpften Beinangriffen, ehe der Angerer den Unterföhringer nach etwa zwei Minuten mit einer Zange erwischte und schulterte. Umgekehrt gestaltete sich der Ausgang bis 130 kg Freistil, wo Andreas Holthaus erneut auf Kürsat Kabal traf, dieses Mal aber vom Unterföhringer nach einem Beinangriff geschultert wurde. Bis 61 kg griechisch-römisch stand ein zweites Mal Leonhard Koch auf der Matte und gewann auch hier gegen Toni Willig, indem er den Unterföhringer bis zur technischen Überlegenheit durchdrehte. Nachdem er anfangs mit einem Vorbeireißer noch mit 2:0 in Führung gegangen war, wurde Roman Koch im weiteren Kampfverlauf von Samuel Heurung mehrfach am Mattenrand bei Griffen gekontert oder rausgeschoben, sodass der Gästeringer beim 2:11 Endstand drei Mannschaftspunkte davontrug.
In einer Serie an Beinschrauben geriet bis 66 kg Freistil Andreas Hocheder, der dadurch gegen Darius Ludovic Tai Lippkau nach etwa eineinhalb Minuten durch technische Überlegenheit verlor. Bis 86 kg Freistil lieferten sich Stefan Nitzinger und Safiullah Naseri in der ersten Hälfte einen ausgeglichenen Kampf, was auch der 3:3 Pausenstand widerspiegelte. Im zweiten Durchgang konnte der Unterföhringer mehrfach Angriffe des Angerers kontern, wodurch ersterer bis zum Abpfiff auf 3:15 davonzog und damit drei Mannschaftspunkte gewann. Das letzte Duell des Vorkampfs entschied noch einmal der SCA für sich, indem Simon Resch einen 0:5 Pausenrückstand gegen Anton Marthen im zweiten Durchgang vor allem durch einen Rumreißer sowie Ausheber-Wurf auf 7:5 zu seinen Gunsten drehte und damit mit einem Mannschaftspunkt den 16:28 Endstand einstellte.
Ganze drei Mal musste am Wochenende die Schülermannschaft ran, die zuerst am Freitagabend dem neuen Meister der Grenzlandliga, dem SV Wacker Burghausen, mit 12:23 unterlag. Dabei gewann Lukas Staller (29 kg griechisch-römisch) kampflos, Stefan Koch (35 kg griechisch-römisch) sowie Michael Haas (67 kg griechisch-römisch) siegten mit 1:0 bzw. 3:0 nach Punkten und Albert Raisch (85 kg Freistil) triumphierte per Schultersieg. Max Hogger (32 kg Freistil), Philipp Stein (38 kg Freistil), Alexander Kirchner (42 kg griechisch-römisch), Christoph Koch (51 kg griechisch-römisch) sowie Jakob Hinterstoißer (57 kg Freistil) konnten vorzeitige Niederlagen dagegen nicht vermeiden und Gerald Stadler (46 kg Freistil) verlor 0:3 nach Punkten. Am Samstag folgten gegen Olympic Salzburg, die über keine eigene Wettkampfhalle verfügen, sowohl der Hin- als auch der Rückkampf. Leider waren die Gäste in beiden Duellen bis 29 kg, 32 kg, 35 kg, 42 kg und 51 kg unbesetzt, sodass jeweils zweimal Max Hogger, Lukas Staller und Stefan Koch sowie jeweils einmal Alexander Kirchner, Alexander Opitz, Christoph Koch und Gerald Stadler zu kampflosen Siegen kamen. Umgekehrt ließ der SCA im Hinkampf die Klasse bis 57 kg frei, was den Gästen vier Punkte einbrachte. Auf der Matte gewannen im nominellen Vorrundenduell Philipp Stein (38 kg Freistil), Michael Haas (67 kg Freistil) und Albert Raisch (85 kg griechisch-römisch) jeweils per Schultersieg, während Franziska Wimmer (46 kg griechisch-römisch) eine Schulterniederlage nicht vermeiden konnte. Im Rückkampf wiederholten alle vier ihre Ergebnisse in der jeweils anderen Stilart und bis 57 kg Freistil kam ein Schultersieg durch Christoph Koch hinzu. Auf der Matte endeten die beiden Duelle damit mit 32:8 bzw. 36:4 für den SCA. (Lukas Koch)



