Hauchdünn mit 17:18 verloren am vergangenen Samstag die Ringer des SC Anger ihren Heimkampf gegen den letztjährigen Zweitligisten SV Johannis Nürnberg in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern, in dem beide Mannschaften fünf Einzelsiege erzielten. Die Enttäuschung über die Niederlage wich schnell dem Stolz über die gezeigte Gesamtleistung, mit der sich die heimischen Sportler ihren Zuschauern nach zuletzt zwei hohen Niederlagen wieder konkurrenzfähig zeigten. Auch die zweite Mannschaft musste sich im Vorkampf in der Landesliga Süd geschlagen geben und unterlag dem TSV Kottern mit 16:28.
Nach seiner Verletzung wieder mit dabei im Angerer Team war bis 57 kg Freistil Michael Enzinger, der gegen Hüseyin Karakus früh nach einem Beinangriff und mehreren Durchdrehern bzw. Ankippern mit 8:0 in Führung ging. Zwar konnte der junge Nürnberger kurzzeitig auf 8:2 verkürzen, doch in der Folge punktete der Angerer munter weiter und sicherte sich zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff die technische Überlegenheit. Vier weitere Mannschaftspunkte steuerte bis 130 kg griechisch-römisch Koppany Simon Laszlo bei, der nach seiner Verletzung erstmals diese Saison auf der Matte stand. Gegen den knapp 30 kg leichteren Enes Acarer nutzte der Ungar seinen Kraftvorteil und landete vor allem im Bodenkampf durch Durchdreher Wertungen. Auf einen 9:0 Pausenvorsprung folgten noch in der ersten Minute der zweiten Hälfte sechs weitere Zähler, die einen technisch überlegenen Sieg bedeuteten. Statt Sebastian Kolompar ging bis 61 kg griechisch-römisch dieses Mal Max Hinterstoißer auf die Matte, der dafür einiges an Gewicht gemacht hatte. Sowohl der Angerer als auch Boris Yengibaryan verzichteten auf taktisches Ringen und gingen stattdessen zur Freude der Zuschauer sehr offensiv zu Werke. Dabei zeigte sich der junge Angerer als der technisch bessere und körperlich stärkere Ringer, was er immer wieder für diverse Aktionen im Standkampf oder Durchdreher nutzte. Nach einer 11:0 Pausenführung machte Hinterstoißer wie schon zuvor Laszlo noch in der ersten Minute des zweiten Durchgangs den Sack zu und erhöhte mit einem technisch überlegenen Sieg die Angerer Führung auf 12:0.
Eine weitere starke Leistung zeigte beflügelt von den Ergebnissen seiner Mannschaftskollegen Benedikt Argstatter, der bis 98 kg Freistil als leichter Favorit gegen Erdogan Güzey angetreten war. Der Angerer eröffnete den Kampf mit einem Beinangriff samt direkt folgender Beinschraube und war auch in der Folge stets der aktivere Ringer, was sich anhand von Rausschieben oder vom insgesamt tadellosen Kampfrichter Holger Atzesberger angeordneten Aktivitätszeiten für den Nürnberger zeigte. Nach sechs Minuten war der Vorsprung des Angerers auf 9:0 angewachsen, womit drei weitere Punkte auf das Angerer Konto gingen. Die ersten Punkte für die Gäste konnte bis 66 kg Freistil Andreas Hocheder nicht verhindern, der von Mark Barnowski, 2026 souveräner Deutscher Meister der Kadetten, mehrfach mit einer Beinschraube gedreht wurde und noch in der ersten Kampfhälfte die technische Überlegenheit des Nürnbergers anerkennen musste. Auf 15:8 verkürzten die Gäste im ersten Kampf nach der Pause, als auch Michael Klouceck kein wirksames Gegenmittel gegen die Angriffe von Michael Janot, 2026 Bronzemedaillengewinner bei den Deutschen Meisterschaften der Männer, fand. Nach zweieinhalb Minuten war der Vorsprung des Gästeringers auf 0:15 angewachsen, womit die technische Überlegenheit erreicht war. Die Nürnberger Siegesserie erst einmal unterbrechen konnte bis 71 kg griechisch-römisch Sebastian Gröbner, der mit Namensvetter Sebastian Gerlach einen ebenbürtigen Gegner vor der Brust hatte. Beim knappen 4:1 Punktsieg, der dem SCA zwei Mannschaftspunkte einbrachte, war vor allem ein Ausheber-Wurf für zwei Wertungspunkte kampfentscheidend, während sich die beiden Ringer ansonsten in einem nichtsdestotrotz spannenden Duell zumeist egalisierten.

Erwartungsgemäß ohne große Chance blieb bis 80 kg Freistil Benedikt Resch, der stilartfremd den erkrankten Max Pöschl vertrat, gegen Jakub Mayer, seines Zeichens amtierender Bayerischer Meister und Vierter der Deutschen Meisterschaften der Kadetten. Der Nürnberger beendete das Duell noch in der ersten Kampfminute nach einer Serie an Beinschrauben und brachte die Gäste somit wieder auf 17:12 heran. Die Angerer benötigten damit weiterhin noch einen Sieg, um insgesamt den Heimkampf zu gewinnen, als bis 75 kg Freistil Lorenz Hagelauer auf Emin Letaief traf. Einen ersten Passivitätspunkt konnte der Angerer durch einen erfolgreichen Beinangriff vermeiden und ging dadurch mit einer 2:0 Führung in die Pause. Durch eine zweite Aktivitätszeit, in der dem Angerer dieses Mal kein Angriff gelang, sowie einen Beinangriff des Nürnbergers drehte dieser in der zweiten Hälfte den Kampf auf 2:3 zu seinen Gunsten, was zu diesem Zeitpunkt einen Mannschaftspunkt für die Gäste sowie Minimum ein Unentschieden im Gesamtkampf bedeutet hätte. Allerdings überwog bei den Angerer Verantwortlichen der Wunsch nach dem ersten Heimsieg, die daher Hagelauer noch einmal in die Offensive schickten, wobei er allerdings gekontert wurde und beim 2:5 Endstand mit zwei Mannschaftspunkten verlor. Die Angerer Hoffnungen lagen damit zum Abschluss bis 75 kg griechisch-römisch auf Simon Resch, der mit dem diesjährigen Teilnehmer der U20 Weltmeisterschaften, Artur Gottfried, allerdings eine schier unlösbare Aufgabe vor der Brust hatte. Der junge Angerer ließ nichts unversucht und kämpfte aufopferungsvoll, am Ende musste er sich dem Nürnberger allerdings nach vier Minuten vorzeitig geschlagen geben, wodurch die Gäste vier Mannschaftspunkte einfuhren und so insgesamt mit 17:18 gewannen. Die nächste Chance auf Saisonpunkte bietet sich den Angerern am kommenden Wochenende, wenn die weiteste Auswärtsfahrt der Saison nach Hof ansteht.
Die zweite Mannschaft wird dann parallel in der bayerischen Landeshauptstadt beim ESV München-Ost auf der Matte stehen, der mit 3:5 Saisonpunkten knapp hinter dem SCA (4:4) platziert ist. Am Samstag unterlag die Angerer Reserve dem TSV Kottern, der 2025 Vizemeister geworden war, mit 16:28, wobei vor allem die zweimal unbesetzte Klasse bis 57 kg schwer wog, nachdem sich Jakob Hogger in der Vorwoche an der Schulter verletzt hatte und wahrscheinlich für die restliche Saison ausfällt. Bis 130 kg Freistil konzentrierte sich Lukas Koch gegen Jens Wörmann vor allem auf die Defensive und gab beim 0:4 Endstand zwei Mannschaftspunkte ab. Auf dem besten Weg zu den ersten Angerer Punkten war bis 61 kg griechisch-römisch Vinzenz Haunerdinger, der gegen Julian Rust bereits 12:0 führte, als ihn dieser mit einem Kopfzug erwischte und schulterte. Den ersten Angerer Sieg konnte dann endlich Philipp Bart einfahren, dessen kraftvolle Durchdreher Milad Sharify nicht verteidigen konnte, wodurch der Angerer kurz vor dem Pausenpfiff durch technische Überlegenheit gewann.
Einen abwechslungsreichen Kampf lieferten sich bis 66 kg Freistil Leonhard Koch und Sahil Ibrahimi, wobei sich die anfängliche 4:0 Führung des jungen Angerers bis zur Pause in einen 4:5 Rückstand gewandelt hatte. Noch geschwächt von seiner Erkrankung in der Vorwoche konnte Koch im zweiten Durchgang keine Akzente mehr setzen und verlor beim 4:14 Endstand mit drei Mannschaftspunkten. Ebenso endete auch das Duell bis 86 kg Freistil zwischen Luis El Malki und Nico Wörmann, in dem der Kotterner seine Erfahrung ausspielte und insgesamt mit 1:10 gewann. Auf 8:16 verkürzte im letzten Kampf des ersten Durchgangs Paul Hogger, der Leo Weinert souverän technisch überlegen bezwang und dabei vor allem mit Durchdrehern und Ankippern erfolgreich gewesen war.

Nach vier weiteren kampflosen Punkten für Niklas Rudolph bis 57 kg griechisch-römisch nutzte im Schwergewicht Andreas Holthaus seinen Kraftvorteil gegen Milad Sharify und schulterte diesen in der zweiten Kampfminute mit einem Nackenhebel. Die Revanche für seine Niederlage zuvor gelang bis 61 kg Freistil Vinzenz Haunerdinger, der Julian Rust dieses Mal immer wieder mit Beinangriffen erwischte und beim 12:3 Endstand drei Mannschaftspunkte einfuhr. Wie schon zuvor sein Mannschaftskollege Koch musste sich bis 98 kg Freistil auch Stefan Nitzinger dem Kotterner Jens Wörmann geschlagen geben und verlor beim 0:5 Endstand mit zwei Mannschaftspunkten.
Eine starke Leistung zeigte bis 66 kg griechisch-römisch Michael Haas, der gegen den favorisierten Jonah Müller, 2026 Bayerischer Meister der Junioren, anfangs sogar mit 3:0 Führung ging, ehe der Kotterner das Ergebnis bis zur Pause auf 3:4 drehte. Auch im zweiten Durchgang gelangen beiden Ringern jeweils Aktionen, wobei sich der Gästeringer am Ende knapp durchsetzen konnte und beim 8:12 Endstand mit zwei Mannschaftspunkten gewann. Nicht weniger beeindruckend war bis 86 kg griechisch-römisch die Leistung von Albert Raisch, der sich von der Erfahrung seines Kontrahenten Nico Wörmann nicht beeindrucken ließ und vom Anpfiff weg das Kampfgeschehen bestimmte. Zwar gelangen dem Kotterner im Verlauf der sechs Minuten durch zwei Kontergriffe vier Punkte, doch der junge Angerer sammelte selbst sechs Wertungen ein und gewann beim 6:4 Endstand hochverdient mit einem Mannschaftspunkt. Das abschließende Duell bis 75 kg Freistil bestritten unter den Augen des sichereren Kampfrichter Markus Hinterseer Florian Koch und Rield Hoxhaj, wobei im ersten Durchgang beide Ringer Aktionen landen konnten, wodurch es zur Pause 5:13 stand. In der zweiten Hälfte gelang dem Kotterner dann der entscheidende Wurf, als er einen Angriff des Angerers konterte und per Schultersieg gewann, womit der Kampf insgesamt mit 16:28 zugunsten der Schwaben endete. (Lukas Koch)



