Einmal quer durch Bayern geht es für die Ringer des SC Anger am kommenden Wochenende, wenn in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern mit dem Auftritt beim ASV Hof die weiteste Auswärtsfahrt des Jahres ansteht. Vergangene Saison konnte man bei den Oberfranken einen von zwei Auswärtssiegen feiern, den man basierend auf dem Schwung aus der guten Mannschaftsleistung gegen Nürnberg am vergangenen Wochenende dieses Mal wiederholen will. Parallel ist die zweite Mannschaft in der Landesliga Süd beim ESV München-Ost zu Gast, während die Schülermannschaft in der Grenzlandliga beim Vorjahresmeister SV Wacker Burghausen auf der Matte steht.
Nach dem knappen 15:16 Hinrundensieg beim ASV Hof ging der Rückrundenkampf 2025 vor heimischem Publikum mit 13:18 verloren, wodurch die beiden Mannschaften punktgleich mit einem Verhältnis von 8:20 die Saison beendeten und die Oberfranken aufgrund des besseren direkten Vergleichs den sechsten Platz einnahmen. Gemeinsam mit Unterföhring hatten sich beide Mannschaften zuvor einen Dreikampf gegen den Abstieg geliefert, dem die Hofer diese Saison entgehen bzw. in dem sie zumindest ihre Chancen weiter verbessern wollen, weshalb die Ringer aus dem äußersten Nordosten Bayerns 2026 einige Neuzugänge zu verzeichnen hatten. Bis 75 kg Freistil kehrte Enes Akbulut nach einigen Jahren in der Bundesliga bei Burghausen und Nürnberg zu seinem Heimatverein zurück, blieb in den ersten drei Kämpfen aber noch ohne Einsätze. Dies änderte sich am vergangenen vierten Kampftag, als er sein Debüt feierte und bei einem weiteren Einsatz diesen Samstag gegen Lorenz Hagelauer favorisiert sein dürfte. Einen zweiten wichtigen Neuzugang verpflichteten die Hofer bis 86 kg griechisch-römisch, wo mit Mateusz Lukasz Wolny, dem Sohn des polnischen Olympiasiegers Ryszard Wolny, ein weiterer Bundesliga-erfahrener zur Verfügung steht, der bisher dreimal zum Einsatz kam und der für Michael Klouceck eine nur schwer zu knackende Nuss darstellt. Die dritte Neuverpflichtung, der Bamberger Abubakar-Siddyk Aslambekov, stand dagegen erst einmal in der Aufstellung der Hofer, die bis 57 kg Freistil stattdessen dreimal Nachwuchsringer Murathan Cesur Derer das Vertrauen schenkten, gegen den Angers Michael Enzinger wohl leicht favorisiert wäre. Gesetzt war bei den Gastgebern bisher in allen vier Kämpfen bis 80 kg Freistil Manuel Albert, der für den hoffentlich wieder genesenen Max Pöschl eine spannende Aufgabe darstellt, nachdem der Hofer aufgrund der bisherigen Saisonleistungen favorisiert ist, wenngleich der Angerer bei Weitem nicht chancenlos ist. Eine Neuauflage aus 2023 und 2025 bahnt sich bis 98 kg Freistil an, wenn wahrscheinlich ein weiteres Mal Fabian Rudert und Benedikt Argstatter aufeinandertreffen. In den vergangenen beiden Duellen gewann der Oberfranke jeweils knapp mit einem Mannschaftspunkt, sodass auch dieses Mal die Tagesform den Ausschlag geben dürfte.
Alternativ haben die Gastgeber im Halbschwergewicht auch Max Osterhoff zur Verfügung, der allerdings auch schon zweimal bis 130 kg griechisch-römisch auflief. An den anderen beiden Kampftagen stand Marco Zeh auf der Matte, während die beiden Dauerbrenner der vergangenen Jahre, Lukas Fleischer und Ramsin Azizir, bisher noch keine Einsätze hatten. Beim SCA feierte am vergangenen Wochenende Koppany Simon Laszlo nach Verletzung sein Saisondebüt und wäre bei einem erneuten Einsatz nur gegen Azizir nicht klarer Favorit. Für die zweite Ausländerposition haben die heimischen Ringer bis 61 kg griechisch-römisch ihren Serben Sebastian Kolompar in der Hinterhand, wobei selbstverständlich wie schon gegen Nürnberg auch Eigengewächs Max Hinterstoißer eine denkbare Option ist. Bei den Gastgebern wird die Wahl wohl auf einen ihrer beiden Tschechen Matej Zvolánek oder Jakub Sedlak fallen, die vor allem für Kolompar schlagbar sind. Eine äußerst schwierige Aufgabe erwartet dagegen bis 66 kg Freistil Andreas Hocheder, dessen Kontrahent Felix Marek 2026 Bayerischer Meister der Männer wurde und der die letzten Jahre Saison für Saison immer stärker wurde. So ließ der Hofer heuer zum Beispiel gegen den georgischen Olympiateilnehmer des TV Geiselhöring, Goderzi Dzebisashvili, nur eine knappe 0:1 Punktniederlage zu, wobei allerdings auch der Angerer hier nur nach Punkten verlor, der sich gegen Marek dennoch erst einmal auf die Defensive konzentrieren muss. Für die Klassen bis 71 kg und 75 kg griechisch-römisch stehen den Gastgebern sowohl Eigengewächs Keanu Muric als auch der Tscheche Jiri Koran zur Verfügung, die im schwereren Gewicht zusätzlich durch Orlando Gutmann ergänzt werden. Für 71 kg griechisch-römisch erscheint ein Duell zwischen Muric und Sebastian Gröbner als die wahrscheinlichste Option, was eine spannende Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Ringern ohne offensichtlichen Favoriten zur Folge hätte. Im abschließenden Kampf bis 75 kg griechisch-römisch wären dann sowohl Koran als auch Gutmann schwierige Aufgaben für Simon Resch, wenngleich der Angerer diese Saison schon einige starke Auftritte hatte und sicher nicht chancenlos in das jeweilige Duell gehen würde.
Auch die zweite Mannschaft erwartet mit dem ESV München-Ost ein Kontrahent, mit dem man die Saison 2025 punktgleich beendete, wobei dieses Mal allerdings die Angerer Ringer aufgrund des besseren direkten Vergleichs als Vierter die Nase vorn hatten. Auf eine 19:26 Hinrundenniederlage zuhause folgte am Ende der Rückrunde ein überzeugender 15:39 Auswärtserfolg, der diesen Samstag idealerweise wiederholt werden soll. Aktuell befindet sich die Angerer Reserve mit 4:4 Punkten knapp vor den Eisenbahnern (3:5), sodass wahrscheinlich auch dieses Mal wieder die Tagesform den Ausschlag geben wird. Für die Schülermannschaft geht es in der Grenzlandliga zum Vorjahresmeister aus Burghausen, der sich allerdings bis dato noch nicht in der Topform des Vorjahres befindet. Abgesehen von einem Sieg über Traunstein gab es für die Salzachstädter bereits zwei Niederlagen gegen Bad Reichenhall und Vigaun/Abtenau, während der SCA letztere zweimal bezwingen konnte. Unterschätzt werden sollten die Wacker-Ringer allerdings nicht, da sie ihre Aufstellungsprobleme der ersten Wochen inzwischen größtenteils behoben haben und vor allem in den schwereren Gewichtsklassen gut besetzt sind. (Lukas Koch)



