Angerer Ringer zum Hinrundenabschluss in Oberölsbach und Trostberg

Zum Hinrundenabschluss zu Gast in Oberölsbach: Trainer Radovan Valach und Max Hinterstoißer ((C) Andreas Holthaus).
Zum Hinrundenabschluss zu Gast in Oberölsbach: Trainer Radovan Valach und Max Hinterstoißer ((C) Andreas Holthaus).

Mit dem Ende der Sommerzeit findet auch die Hinrunde in den bayerischen Ringerligen am Wochenende ihren Abschluss, an dem alle drei Angerer Mannschaften auswärts gefordert sind. Die erste Mannschaft steht in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern beim SC Oberölsbach auf der Matte, der sich 2026 auf zahlreichen Positionen verstärkte. Für die zweite Mannschaft steht in der Landesliga Süd das Derby mit dem TSV Trostberg auf dem Programm, der wie der SCA eine ausgeglichene Bilanz von drei Siegen und drei Niederlagen aufweist. In der Favoritenrolle ist wiederum die Schülermannschaft, die in der Grenzlandliga beim AC Bad Reichenhall zu Gast ist.

Beinahe schon rekordverdächtige sieben Neuzugänge verzeichneten im Vorfeld der Saison die Gastgeber vom SC Oberölsbach, die damit den Abgang von Thomas Kramer zurück zu dessen Heimatverein Penzberg mehr als kompensierten. Für die Klasse bis 57 kg wurde Ahmed Alfaraj vom TuS Adelhausen verpflichtet, der in der Meistersaison der Badener 16 seiner 17 Siege vorzeitig feierte und bereits über Bundesliga-Erfahrung aus Schorndorf verfügt. Zum Einsatz kam im Eröffnungskampf in fünf der bisherigen sechs Samstage allerdings Eigengewächs Sabir Kashiev, gegen den die Chancen für Michael Enzinger besser stehen dürften. Seine zweite Saison bei den Oberpfälzern bestreitet bis 130 kg griechisch-römisch der Nürnberger Erkan Celik, der gegen Angers Koppany Simon Laszlo 2025 nur eine 0:2 Punktniederlage zuließ. Nachdem das Duell damals noch die Premiere des Ungarn in der Regionalliga war, erwartet man auf Seiten des SCA dieses Mal einen höheren Sieg. Bis 61 kg griechisch-römisch wird es Max Hinterstoißer mit einem der Aushängeschilder des SCO, Fabian Osman Meier, zu tun bekommen. Dieser gewann 2026 Bronze bei den Deutschen Meisterschaften der Männer und ist damit gegen den Angerer Nachwuchsringer favorisiert, wenngleich auf der Angerer nicht chancenlos ist. Quasi schon Tradition ist das Duell zwischen Patrik Fanderl und Benedikt Argstatter bis 98 kg Freistil, die sich seit 2017 mehrfach gegenüberstanden. 2025 setzte sich der Gastgeber beim 2:2 Endstand hauchdünn aufgrund der höheren Wertung durch, weswegen der Angerer heuer auf Revanche sinnt. Gesetzt ist bei den Oberpfälzern bis 66 kg Freistil Neuzugang Haydar Afshar, der aus der Regionalliga Mitteldeutschland vom RSK Gelenau kam. Mit Blick auf dessen bisherige Ergebnisse sowie die des Angerers Andreas Hocheder sind die Gastgeber hier leicht im Vorteil.

Nach der Pause dürfte Michael Klouceck bis 86 kg griechisch-römisch auf den erfahrenen Tschechen Petr Novak treffen, der trotz seines Alters nichts von seiner Kampfstärke verloren hat und für den Angerer eine nur schwer zu knackende Nuss darstellen wird. Bis 71 kg griechisch-römisch setzte der SCO an den ersten vier Kampftagen ihren armenischen Neuzugang Ashot Mkhitaryan ein, wohingegen an den vergangenen beiden Wochenenden Eigengewächs Nico Paldino den Vorzug erhielt. Gegen letzteren wäre Angers Sebastian Gröbner in der Favoritenrolle, während der Ringer vom Kaukasus eine schwierige Aufgabe darstellen würde. Mitverantwortlich für das angesprochene Fehlen des Armeniers könnte auch der Einsatz ihres zweiten ausländischen Neuzugangs bis 80 kg Freistil sein, wo zuletzt der Kasache Yerkhan Bexultanov, unter anderem bereits Bronze- und Goldmedaillengewinner bei U20 Asienmeisterschaften, zwei Siege in zwei Einsätzen feierte. Max Pöschl oder dessen Ersatz, sofern ersterer weiterhin krankheitsbedingt ausfallen sollte, hätten gegen den Zentralasiaten wohl einen sehr schweren Stand, während gegen Thomas Kleesattel – dieser ging an den ersten vier Kampftagen auf die Matte – zumindest Pöschl bessere Chancen zugerechnet werden können. Für die Klasse bis 75 kg Freistil verpflichteten die Gastgeber mit Hassan Ismail vom TSV Dewangen einen weiteren Neuzugang, der aufgrund der bisherigen Ergebnisse gegen Angers Lorenz Hagelauer leicht favorisiert sein dürfte. Der Regensburger Jonas Zimmermann, der seine dritte Saison für den SCO bestreitet, oder der erst heuer geholte Nürnberger Marco Dürmeier sind schließlich die Optionen der Oberpfälzer im abschließenden Duell bis 75 kg griechisch-römisch, denen Simon Resch wieder einen intensiven Kampf liefern wird. Insgesamt sind damit also auch am siebten und letzten Samstag der Hinrunde die Chancen auf den ersten Angerer Sieg mutmaßlich gering, wobei sich die heimischen Mattenathleten davon allerdings nicht demotiviert zeigen und weiterhin auf der Matte nichts unversucht lassen werden.

Ein spannendes Derby im Bezirk Inn/Chiem erwartet die zweite Mannschaft, die beim TSV Trostberg zu Gast sind. Beide Mannschaften weisen nach sechs Kampftagen eine ausgeglichene Bilanz von drei Siegen sowie drei Niederlagen auf und stehen dementsprechend auch auf dem vierten und fünften Tabellenplatz, wobei der SCA aufgrund der besseren Punktebilanz aktuell minimal im Vorteil ist. Die Ringer von der Alz erreichten 2025 den dritten Platz in der Gruppenoberliga Süd und stiegen erst durch den Rückzug des TV Traunstein in die Landesliga Süd auf. Von letzterem stammen auch die sechs Neuzugänge der Trostberger, von denen allerdings wiederum zwei auch zu ihrem Heimatverein zurückkehrten. Auch wenn die Gastgeber bisher gelegentlich bis 57 kg oder 130 kg Aufstellungsprobleme hatten, ist davon auszugehen, dass der TSV im Derby seine bestmögliche Mannschaft aufstellen wird, die dann durchwegs stark besetzt wäre. Allerdings reist auch der SCA nach seinem überzeugenden 41:8 Heimerfolg über St. Wolfgang mit Rückenwind an, womit den Zuschauern ein spannendes Derby bevorsteht. Auch auf die Schülermannschaft wartet am Samstag eine vergleichsweise kurze Auswärtsfahrt, wenn es zum AC Bad Reichenhall geht. Nach der knappen und schmerzhaften Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Wals will der Angerer Nachwuchs mit einem Sieg wieder in die Erfolgsspur zurückkehren und so gleichzeitig den Österreichern dicht auf den Fersen bleiben, um die Chance auf die Meisterschaft in der Grenzlandliga weiter zu wahren. (Lukas Koch)

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