Angerer Trainer Radovan Valach im Interview

Radovan Valach (links) zusammen mit den anderen Teilnehmern des DOSB-Trainer-B- und C-Lizenzlehrgangs.
Radovan Valach (links) zusammen mit den anderen Teilnehmern des DOSB-Trainer-B- und C-Lizenzlehrgangs.

Seit mehr als zehn Monaten ist Radovan Valach, seines Zeichen Olympiateilnehmer 2004 für Österreich in Athen und 2019 Cheftrainer der österreichischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen der europäischen Jugend, bereits Teil des Trainerteams der Angerer Ringer. Parallel absolvierte der gebürtige Slowake die beiden Lehrgänge des Deutschen Ringerbunds zum Erlangen der DOSB-Trainer-B- und C-Lizenz für Hochleistungssport und schloss diese Maßnahme kürzlich erfolgreich ab. Im Interview spricht er nun über seine bisherige Zeit beim SCA sowie seine aktuellen bis mittelfristigen Ziele als Trainer.

Radovan, Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen DOSB-Trainer-B- und C-Schein! Wie blickst du auf deine bisherige Zeit beim SC Anger zurück?

Vielen Dank! Seit Ende Oktober 2025 arbeite ich gemeinsam mit meinen Kollegen Zoltan Kovacs, Bernhard Mayr, Stefan Koch, Dennis Baumgartner und Max Steinbacher, die erwachsenen Ringer und den Verein weiterzuentwickeln. Der SC Anger ist ein traditionsreicher und erfolgreicher Ringerverein. Diese Tradition möchten wir erhalten, gleichzeitig aber auch neue Ideen, Strukturen und bessere Trainingsmöglichkeiten schaffen.

Was beschäftigt dich zurzeit besonders?

Ein großes Thema ist momentan der Generationswechsel. Die ältere Generation hört langsam auf, während unsere junge Mannschaft noch zwei bis drei Jahre braucht, um sich sportlich richtig zu starken Regionalliga-Ringern zu entwickeln. Dabei wird die junge Mannschaft von unseren erfahrenen Ringern unterstützt. Das ist für uns sehr wichtig.

Welche Änderungen habt ihr als Trainerteam bisher umgesetzt?

Wir trainieren mittlerweile deutlich strukturierter und nach einem klaren Plan. Außer sonntags gibt es jeden Tag eine Trainingsmöglichkeit. Unsere junge Mannschaft nimmt dieses Angebot sehr gut an. Die Sportler sind motiviert, halten zusammen und sind bereit, viel zu arbeiten. Unser wöchentlicher Trainingsplan besteht aktuell aus drei Einheiten auf der Matte sowie zusätzlich Krafttraining und Ausdauer. Dazu kommen ringerspezifische Übungen.

Wie kommen diese Anpassungen bei den Angerer Ringern an?

Das Training ist nicht immer einfach, aber die Sportler glauben an das System und ziehen mit. Das freut mich sehr. Wir müssen unserer jungen Mannschaft aber auch die notwendige Zeit geben. Ich sehe das ein bisschen wie bei einem guten Wein: Je älter, desto besser. Wir wollen nichts überstürzen, sondern Schritt für Schritt eine starke Mannschaft für die Zukunft aufbauen.

Welche weiteren Vorhaben verfolgt ihr, auch in Bezug auf den Nachwuchs im Verein?

Mein Ziel ist aber nicht nur die sportliche Entwicklung. Ich möchte auch die Trainingsbedingungen beim SC Anger modernisieren und den Ringsport wieder populärer machen. Wir wollen zusammen mit den Trainern der Bambinis und Schüler wieder mehr Kinder für den Sport begeistern und freuen uns allgemein über jeden neuen Ringer, der zu uns kommt. Gerade für Eltern ist es wichtig zu verstehen, was der Ringsport ihren Kindern geben kann. Ringen ist eine wunderbare Sportart, die Kinder körperlich und persönlich weiterbringt. Sie lernen Disziplin, Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen. Sie lernen, mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und Respekt vor anderen zu haben. Unser Ziel ist deshalb nicht nur, gute Ringer auszubilden.

Wir wollen Kinder sportlicher machen – auch abseits von etwaigen Erfolgen – ihnen Freude an der Bewegung geben und ihnen Werte mitgeben, die sie auch außerhalb der Matte brauchen. Auch den SC Anger wollen wir Schritt für Schritt weiterentwickeln. Wir wollen einen lebendigen Verein schaffen, gute Bedingungen für unsere Sportler bieten, junge Menschen für den Ringsport begeistern und gleichzeitig die Tradition des SC Anger weiterführen. Ich glaube, dass wir gemeinsam mit unseren Sportlern, Trainern, Eltern und Freunden des Vereins viel erreichen können. (Lukas Koch)

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