Alexander Götzinger bringt als Angerer Coach ab Sommer eine elegante Vita mit.
Anger / Petting. Er bringt eine elegante Vita mit nach Anger: Alexander Götzinger aus Petting. Der 54-jährige Fußball-Fachmann übernimmt in der Sommerpause den aktuellen Kreisliga 2-Vertreter, der nach wie vor beste Chancen besitzt, die obere Ausfahrt Richtung Bezirksliga anzusteuern. „Der SC Anger hat eine sehr starke Mannschaft, die sich in den letzten Jahren enorm entwickelt hat“, lobt der neue Teamchef. Er selbst spielte von Kindesbeinen an und blieb dem TSV Petting stets treu. Aufgrund vieler Verletzungen musste der schnelle, beidfüßig und treffsichere Stürmer seine Karriere jedoch mit bereits 28 Jahren beenden, das war 1999.
Eine intensive Trainerlaufbahn schloss sich unmittelbar an, wobei der gebürtige Traunsteiner schon früh – mit 19 Jahren – aufgrund einer ersten schweren Knieverletzung Erfahrungen im Coaching diverser TSV-Junioren-Jahrgänge machen konnte. Die Pettinger Erste trainierte er später in der A-Klasse, nach seiner eigenen Spielerlaufbahn erwarb er die DFB B plus-Lizenz. Ein Jahr war Alex Götzinger als vierter Mann neben Hermann Reiter, Toni Zeidler und Dieter Kern im damaligen DFB-Stützpunkt Teisendorf engagiert und kennt daher viele Akteure, die heute im Erwachsenenbereich kicken. Zum SV Wacker Burghausen ging‘s 2012, zwei Jahre trainierte er die U13, dann die U14 in der Bezirksoberliga – „eine große Herausforderung mit den eher noch kleineren Spielern“ –, zum Abschluss die U17. Vier Jahre sollte Götzinger also bei den Salzachstädtern bleiben und mit zahlreichen Fußballern aus dem Berchtesgadener Land zusammenarbeiten: Marco und Luca Schmitzberger, Florian Sprinzing, Jakob Magg oder Arber Tafilaj aus Bad Reichenhall sowie Tom Berger aus Anger, mit dem es im Sommer ein Wiedersehen gibt.
Es folgte eine private Pause, Zeit für und mit der Familie stand im Vordergrund, ehe Götzinger 2018 beim damaligen Kreisligisten SV Kay unterschrieb und eineinhalb Jahre blieb. Danach zog‘s ihn nach Kirchanschöring, beim SVK konnte er innerhalb der Sportlichen Leitung an der Kaderplanung und -entwicklung mitwirken: „Das war natürlich schon eine spannende Sache“. Der Abschied kam im September 2024, zuletzt trainierte er in Petting die B-Junioren seines Heimatvereins am Waginger See, eine Spielgemeinschaft zusammen mit Waging und Otting.
„Habe ein sehr gutes Gefühl“
SCA-Abteilungsleiter Andi Sprinzing kennt Götzinger, weil Kirchanschöring ohnehin überall in der Region scoutet, auf der Suche nach den größten Talenten. Anders kann ein derart kleiner Ort keinen Bayernligisten (5. Liga) stellen: Mittlerweile im zehnten, erneut sehr erfolgreichen Jahr seit dem Aufstieg 2015. In der Winterpause gab‘s erste Gespräche zwischen Anger und dem neuen Coach, aus privaten Gründen konnte Götzinger das Amt aber noch nicht zur laufenden Frühjahrsrunde antreten. Hubert Berger ist deshalb bis zum Ende der Saison für die Erste verantwortlich und mit seiner Crew aktuell Vierter, mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz 2, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt. Nach einem weiteren Treffen mit den Klub-Verantwortlichen im März, welches beiden Seiten „ein sehr gutes Gefühl vermittelte“, so Götzinger, konnte das Engagement des zweifachen Familienvaters beim SCA fixiert werden. Sohn Philipp (17) spielt derzeit übrigens bei den Pettinger A-Junioren.
Beim SC Anger, den er sich aktuell natürlich immer wieder mal zurückhaltend und ohne sich einzumischen persönlich anschaut – zuletzt beim 1:1 gegen Waging –, wird Alex Götzinger nach der Sommer-Vorbereitung ein Ziel ausgeben: „Wir müssen natürlich erstmal abwarten, wer verfügbar ist, wer spielen kann. Wenn alle da und fit sind, bin ich zuversichtlich, dass wir Erfolg haben werden.“ Grundsätzlich liegt sein Fokus auf einer aktiven Matchausrichtung: „Anger hat in allen Mannschaftsteilen sehr gute und talentierte Spieler. Sein Glück findet man vorne, dieses Team besitzt aber ohnehin nicht das Naturell, sich hinten reinzustellen. Freilich ist Stabilität nach hinten genauso wichtig.“ Am kommenden Ostermontag, 6. April, gastiert der SC Anger nun erstmal zum Derby bei Aufsteiger DJK Weildorf, Anpfiff 14 Uhr. (Hans-Joachim Bittner)



