Am vierten Kampftag der Saison 2026 erwartet die Ringer des SC Anger bereits der dritte Heimauftritt, wenn am Samstag in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern ab 19:30 Uhr der SV Johannis Nürnberg und in der Landesliga Süd ab 18:00 Uhr der TSV Kottern in der Aufhamer Sporthalle zu Gast sind. Die Schülermannschaft ist am Wochenende dagegen kampffrei.
Die Gäste aus Franken gingen im vergangenen Jahr noch in der 2. Bundesliga an den Start und verloren durch den Abstieg einige namhafte Sportler, die weiterhin im Deutschen Oberhaus starten wollten. An der Stärke der «Grizzlys» änderte dies allerdings nur wenig, da sie weiterhin auf ihren starken Nachwuchsbereich vertrauen können und mit dem Moldawier Vitalie Eriomenco (2026 Europameister U23 und Vizeeuropameister Männer) sowie dem Ungarn Zoltan Levai (2026 Dritter Europameister Männer) zwei ausländische Ringer von Weltformat halten konnten. Diese würden den Nürnberger mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit acht Punkte bis 71 kg griechisch-römisch und 86 kg griechisch-römisch einbringen, ihr Einsatz ist aktuell allerdings nicht gesichert. Hintergrund sind die Weltmeisterschaften Ende des Monats, für die internationale Athleten im Vorfeld oft durch Trainingslager gebunden sind, was z.B. auch am vergangenen Wochenende der Fall war. Bis 71 kg griechisch-römisch könnten die Gäste alternativ erneut stilartfremd Tim Stadelmann oder Sebastian Gerlach auf die Matte schicken, wodurch die Chancen von Sebastian Gröbner rapide ansteigen würden. Michael Lutz, Nico Baumeister oder der amtierender dritte Deutsche Meister der Männer, Michael Janot, sind wiederum die Optionen bis 86 kg griechisch-römisch, wo Michael Klouceck gegen letzteren – die wahrscheinlichste Variante – in der Außenseiterrolle wäre. Der oben bereits erwähnte Stadelmann, erfahren aus zahlreichen Jahren in der Bundesliga und ein ausgewiesener Defensivkünstler, oder der aufstrebende Jugendringer Jakub Mayer werden wohl die Klasse bis 75 kg Freistil besetzten, wobei jeder der beiden für Lorenz Hagelauer eine schwierige Aufgabe darstellen würde. Weitaus bessere Chancen auf einen Angerer Sieg bestehen bis 98 kg Freistil, wenn Benedikt Argstatter auf Erdogan Güzey treffen sollte und basierend auf den bisherigen Saisonergebnissen leichter Favorit ist. Dies ist auch bis 61 kg griechisch-römisch der Fall, wo Sebastian Kolompar im vierten Kampf seinen vierten Sieg einfahren will und auf einen der beiden Nachwuchsringer Boris Yengibaryan, amtierender Bayerischer Meister der Kadetten sowie Junioren bis 55 kg, oder Amer Almaayouf, Neuzugang aus Erlangen und Fünfter der diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Junioren, treffen wird.
Ein Fragezeichen steht auf Angerer Seite noch hinter Michael Enzinger bis 57 kg Freistil, der sich vergangenes Wochenende im Abschlusstraining eine Verletzung zugezogen hatte. Sofern diese inzwischen verheilt ist, hätte der junge Angerer im Auftaktkampf gegen entweder Hüseyin Karakus oder Umrbek Salimboev durchaus Siegchancen. Angespannt ist die Lage für den SCA weiterhin im Schwergewicht, das bisher nie adäquat besetzt werden konnte, während die Gäste mit dem Türken Enes Acarer, der 2025 aus München-Ost kam, und Maximilian Brandmayer gleich zwei Optionen haben. Als quasi sicher gilt bis 66 kg Freistil bei den Gästen der Einsatz von Mark Barnowski, der 2026 mit einer herausragenden Punktebilanz von 72:2 souverän Deutscher Meister der Kadetten wurde. Aber auch die Angerer verfügen in dieser Gewichtsklasse mit Andreas Hocheder über einen talentierten Nachwuchsringer, der im vierten Kampf seinen zweiten Sieg einfahren will. Bis 80 kg Freistil ist bei den «Grizzlys» Nachwuchsringer Alexander Vishniakov die wahrscheinlichste Option, wobei im Duell mit Max Pöschl kein eindeutiger Favorit auszumachen ist. Im abschließenden Kampf bis 75 kg griechisch-römisch wird für den SCA ein weiteres Mal Simon Resch auflaufen, wohingegen bei den Nürnberger hinter dem Einsatz des bisher gesetzten Deniz Menekse, der heuer nach zahlreichen in der Bundesliga zu den Franken zurückkehrte, ein Fragezeichen steht, da dieser sich am vergangenen Wochenende gegen Burgebrach am Knie verletzte. Mit Artur Gottfried, der 2026 an den Weltmeisterschaften der Junioren teilnahm, haben die Gäste aber einen mehr als würdigen Vertreter in petto, der bisher in der zweiten Mannschaft der Nürnberger drei Siege in drei Kämpfen feierte. Anders als am vergangenen Wochenende bestehen für die Angerer Ringer dieses Mal insgesamt also in einigen Gewichtsklassen gute Chancen, wenngleich die Favoritenrolle auf den Gesamtsieg aber bei den «Grizzlys» liegt.
Auch in der Landesliga Süd ist die zweite Mannschaft des SCA nicht Favorit, da mit dem TSV Kottern der Vizemeister der Vorsaison zu Gast ist. Gegen die Ringer aus dem Kemptener Vorort verlor die Angerer Reserve im Vorjahr zweimal, wenngleich die Niederlage im Heimkampf durchaus knapp ausfiel, was Hoffnung für das Duell am Samstag macht. Vergangenes Wochenende hatten die Kotterner, die seit Jahren vor allem für ihre Heimstärke bekannt sind, den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Penzberg zuhause beim 23:24 am Rande einer Niederlage, am Ende gingen die Punkte aber doch an den Vorjahresmeister. Wie schon in den Vorwochen wird die junge Angerer Mannschaft versuchen, die Punkte in der Aufhamer Sporthalle zu behalten und den Zuschauern mitreißenden Ringsport zu bieten. (Lukas Koch)



