Die zweitweiteste Auswärtsfahrt des gesamten Herbsts steht am kommenden Samstag den Ringern des SC Anger bevor, die am zweiten Kampftag der Nike Wrestling Ringerliga Bayern beim TSV Burgebrach nahe Bamberg auf der Matte stehen werden. Wie auch die heimischen Athleten starteten die Oberfranken mit einer Heimniederlage in die neue Saison und unterlagen Vizemeister Westendorf mit 12:16, was allerdings ein wesentlich knapperes Ergebnis als das des SCA gegen Geiselhöring darstellt. Zusammen mit dem Blick ins Vorjahr, als sich die Angerer Ringer zweimal dem am Ende Viertplatzierten geschlagen geben mussten, fällt dem TSV Burgebrach damit auch am Samstag die Favoritenrolle zu, während der SCA mit Blick auf die angespannte Personalsituation einen Sahnetag und die eine oder andere Überraschung für Zählbares benötigt.
Die Oberfranken mussten zur neuen Saison die Abgänge ihrer beiden Stammringer Yunier Castillo-Silveira und Ion Demian verkraften, die als Trainer zur SpVgg Freising bzw. zum TSV Westendorf wechselten und die in der Hinrunde der vergangenen Jahre zumeist die Klassen bis 66 kg Freistil und 98 kg Freistil abdeckten. Die beiden Lücken wurden sportlich durch Darius Ludovic Tai Lippkau vom SC Isaria Unterföhring und Zeteny Gangl aus Ungarn geschlossen, wobei letzterer am vergangenen Samstag allerdings noch in der zweiten Mannschaft antrat. Ihre beiden Ausländer-Positionen besetzten die Burgebracher stattdessen bis 57 kg Freistil mit ihrem dritten Neuzugang, den Ungarn Csaba Robert Bodi, und bis 61 kg griechisch-römisch mit dem Russen Elchin Ibragimov, der bereits seit einigen Jahren für die Oberfranken antritt. Beiden fällt am Samstag die Favoritenrolle zu, sollte Anger hier erneut mit Michael Enzinger und Sebastian Kolompar ins Rennen gehen. Bis 66 kg Freistil wird Andreas Hocheder mutmaßlich auf den bereits erwähnten Darius Ludovic Tai Lippkau treffen, gegen den er im vergangenen Jahr im Kampf gegen Unterföhring II in einer Serie an Beinschrauben geriet, was der Angerer diesen Samstag zwangsläufig vermeiden muss. Auf das Duell zweier deutscher Nachwuchstalente dürfen sich die Zuschauer bis 71 kg griechisch-römisch freuen, wenn mit Xaver Engelhardt und Sebastian Gröbner der amtierende Deutsche Meister der Kadetten bis 65 kg auf den Bronzemedaillengewinner der Klasse bis 60 kg treffen wird. In der Gewichtsklasse bis 75 kg Freistil vertrauen die Gastgeber bereits seit einigen Jahren auf Josef Giehl, der sich in der vergangenen Saison mit Martin Bauer und Lorenz Hagelauer jeweils spannende Duelle lieferte. Letzterer oder dessen Teamkollege Max Pöschl erwartet damit wahrscheinlich auch dieses Mal wieder ein intensives Duell, in dem am Ende Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden werden.
Weitaus eindeutiger sind im Gegenzug dazu die Vorzeichen bis 75 kg griechisch-römisch, wo entweder erneut Felix Baumgartner oder Simon Resch auf Seiten der Angerer zum Einsatz kommen werden, die aber gegen Johann Engelhardt, der 2026 Bronze bei den Deutschen Meisterschaften der Männer bis 72 kg holte, in der Außenseiterrolle sind. Auch bis 80 kg Freistil verfügt der SCA über zwei Optionen, wenn entweder erneut Mohammed Khasaev oder der vergangenes Wochenende noch privat verhinderte Max Pöschl auflaufen werden. Mit Dumitru Strah schlossen die Gastgeber im vergangenen Jahr erfolgreich ihre langjährige Lücke in dieser Gewichtsklasse, wobei dieser 2025 eine positive Bilanz von 8:6 Kämpfen aufwies. Klar sind die Vorzeichen auch für das erste Duell nach der Pause bis 86 kg griechisch-römisch, wo Dominik Winkler durch das Fehlen von Simon Öllinger gegen mutmaßlich erneut Philipp Bart in der Favoritenrolle ist. Bis 98 kg Freistil ist auf Angerer Seiten Benedikt Argstatter gesetzt, dem gegen Johannes Baum ein Vorteil zugeschrieben werden darf, während die Situation gegen den bereits oben erwähnten Zeteny Gangl weniger eindeutig wäre, wodurch die Oberfranken dann allerdings in den leichten Gewichtsklassen eine Lücke offenbaren würden. Bis 130 kg griechisch-römisch hoffen die Angerer Verantwortlichen auf eine Rückkehr von Koppany Simon Laszlo oder ein Einspringen von Altmeister Armin Majoros, da man ansonsten Jens Bayer keinen gleichwertigen Kontrahenten entgegensetzen kann.
Ebenfalls in der Außerseiterrolle ist in der Landesliga Süd die Zweitvertretung des SC Anger, die zum Meister des Vorjahres, dem AC Penzberg, reist. Die Oberbayern verpassten den Aufstieg in die Bayernliga durch zwei Niederlagen in den Aufstiegskämpfen gegen Hof II und wollen laut eigener Aussage diese Saison unter anderem dazu nutzen, ihre Nachwuchsringer in die erste Mannschaft einzubauen. Unterstützt werden sie dabei durch die Rückkehr von Thomas Kramer, der nach einigen Jahren in der Regionalliga beim SC Oberölsbach wieder bei seinem Heimatverein ringt und zusammen mit Clemens Seidler, Mustafa Karaismailoglu und Benedikt Gattinger eine starke Achse bildet. Im ersten Kampf der Saison gab sich der ACP gegen den TSV Westendorf III keine Blöße und gewann souverän mit 33:10. Die Schülermannschaft bestreitet am Samstag bereits den vorgezogenen Rückkampf gegen die KG Vigaun/Abtenau, die man am vergangenen Wochenende zuhause knapp mit 20:18 bezwang und diesen Erfolg selbstredend direkt wiederholen will. (Lukas Koch)



