Herbe 3:25 Heimniederlage für Angerer Ringer – 2. Mannschaft und Schüler erfolgreich

Andreas Hocheder gelang gegen Olympia-Teilnehmer Goderzi Dzebisashvili ein Achtungserfolg ((C) Andreas Holthaus).
Andreas Hocheder gelang gegen Olympia-Teilnehmer Goderzi Dzebisashvili ein Achtungserfolg ((C) Andreas Holthaus).

Eine herbe 3:25 Heimniederlage kassierten am vergangenen Samstag die Ringer des SC Anger, die in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern gegen den TV Geiselhöring nur zwei der insgesamt zehn Duelle für sich entscheiden konnten. Dagegen feierte die zweite Mannschaft in der Landesliga Süd einen Auftakt nach Maß und triumphierte mit 30:19 über die Reserve des SC Isaria Unterföhring. Ebenso erfolgreich war am Samstag die Schülermannschaft, die zuerst mit 36:1 gegen den TV Traunstein gewann, ehe kurz darauf auch der Vorjahresdritte, die KG Vigaun/Abtenau, mit 20:18 bezwungen wurde.

Die Ringer des SC Anger mussten nach den bereits bekannten berufs- bzw. verletzungsbedingten Ausfällen von Franz Fröhlich und Simon Öllinger kurzfristig auch das Fehlen von Schwergewichtler Koppany Simon Laszlo hinnehmen, der sich ebenfalls eine Verletzung zugezogen hatte, wodurch den Gästen in Form von Lukas Meyer vier Mannschaftspunkte bis 130 kg griechisch-römisch zukamen. Zuvor hatten sich im Auftaktduell bis 57 kg Freistil Michael Enzinger und Simon Thurner gegenübergestanden, wobei der Geiselhöringer sich als der körperlich stärkere Ringer herausstellte und immer wieder durch Rausschieben oder Aktivitätszeiten punktete. In Konsequenz sammelte der Gästeringer acht Wertungspunkte, die drei Mannschaftspunkte bedeuteten. Für den ersten Angerer Erfolg sorgte bis 61 kg griechisch-römisch Sebastian Kolompar, der einen 0:1 Pausenrückstand gegen Basir Ibrahimi im zweiten Durchgang zuerst durch eine angeordnete Bodenlage ausglich und später aus einer zweiten Bodenlage heraus mit einen Ausheber-Wurf 5:1 in Führung ging. Zwar kam der Geiselhöringer noch einmal auf 5:4 heran, am Sieg des Serben im Dress des SCA änderte dies aber nichts mehr. Den zweiten und zugleich leider bereits letzten Angerer Einzelerfolg feierte bis 98 kg Freistil Benedikt Argstatter, der gegen den defensiv eingestellten Simon Eisenhut stets der aktivere Ringer war. Zwei Punkte nach verstrichenen Aktivitätszeiten sowie ein erfolgreicher Beinangriff von außen bescherten dem heimischen Athleten nach sechs Minuten einen 4:0 Vorsprung, der zwei Mannschaftspunkte einbrachte.

Im letzten Kampf vor der Pause traf Andreas Hocheder bis 66 kg Freistil auf den Georgier Goderzi Dzebisashvili, der 2024 für sein Land bei den Olympischen Spielen in Paris angetreten war. Zwar gewann der Geiselhöringer das Duell nach sechs Minuten mit 0:12, indem er immer wieder Angriffe des Angerers konterte, mit dem Vermeiden einer vorzeitigen Niederlage gelang dem aufopferungsvoll kämpfenden Hocheder allerdings ein bemerkenswerter Achtungserfolg. Bis 86 kg griechisch-römisch stellte sich Philipp Bart stilartfremd in den Dienst seiner Mannschaft, musste nach fünf Minuten allerdings die technische Überlegenheit von Martin Wittmann anerkennen. Dieser hatte seine Einzelwertungen mit Rausschieben und Überführen in die Bodenlage erreicht und brachte den Gästen so insgesamt vier Mannschaftspunkte ein. Eine kluge Leistung zeigte bis 71 kg griechisch-römisch Sebastian Gröbner, der Arkadiusz Jan Gucik keine Chance zu seinem gefürchteten Kopfzug gab. Einen 0:3 Pausenrückstand verkürzte der Angerer im zweiten Durchgang durch eine angeordnete Bodenlage noch auf 1:3, wodurch nur ein statt zwei Mannschaftspunkte an die Niederbayern ging.

Ohne Chance blieb am Ende bis 80 kg Freistil Mohammed Khasaev, der nach etwa zweieinhalb Minuten die technische Überlegenheit des zweiten Georgier im Dress der Gäste, Otari Bagauri, anerkennen musste, wodurch vier weitere Zähler auf das Konto der Geiselhöringer wanderten. Bis 75 kg Freistil bekam es Lorenz Hagelauer mit Faisal Haidari zu tun, dem er vor etwa neun Monaten noch vorzeitig unterlegen hatte. Auch dieses Mal kam der Angerer mit seinen Angriffen zwar nicht durch, verhinderte beim 0:12 Endstand am Samstag allerdings einen technisch überlegenen Erfolg des Gastes. Den letzten Kampf des Abends bestritten bis 75 kg griechisch-römisch der aufgerückte Felix Baumgartner und Mohamed Atamaz Alsibai, ein Neuzugang der Geiselhöringer aus Bruchsal. Letzterer begann den Kampf ungestüm mit Stößen gegen den Kopf, wofür die Angerer eine entsprechende Sanktionierung seitens des zuvor sicher leitenden Kampfrichter Robert Reitmeier erwartet hätten. Ansonsten nutzte der Ringer der Niederbayern anfangs seinen körperlichen Vorteil und ging bis zur Pause mit Rausschieben und Durchdrehern mit 0:12 in Führung. Im zweiten Durchgang zeigte sich dann allerdings die bereits aus den vergangenen Jahren bekannte konditionelle Stärke des Angerers, der mit einer angeordneten Bodenlage und einem Wurf aus der Kopfklammer noch einmal auf 3:12 verkürzte. Dennoch gewann der Geiselhöringer so mit drei Mannschaftspunkten und stellte so auch den 3:25 Endstand ein, der sich in Summe schlimmer liest, als es der Verlauf der Einzelkämpfe hergibt. Auch das Angerer Publikum honorierte die Leistungen der jungen heimischen Mannschaft, die am kommenden Wochenende nach Oberfranken zum TSV Burgebrach reisen wird, aufgrund ihres mutigen Auftretens entsprechend.

Vinzenz Haunerdinger bei einem Schultersieg nach Kopfzug ((C) Andreas Holthaus).
Vinzenz Haunerdinger bei einem Schultersieg nach Kopfzug ((C) Andreas Holthaus).

Parallel wird die zweite Mannschaft dann beim letztjährigen Meister, dem AC Penzberg, zu Gast sein, der den Aufstieg in die Bayernliga durch zwei Niederlagen in den Aufstiegskämpfen gegen Hof II verpasst hatte. Am vergangenen Samstag feierte die Reserve der Angerer einen Einstand nach Maß und bezwang den SC Isaria Unterföhring II sicher mit 30:19. Bis 57 kg Freistil wehrte Jakob Hogger die Beinangriffe von Mahmoud Alezzo immer wieder ab und nutzte diese Situationen für eigene Wertungen, wodurch nach sechs Minuten ein 9:4 Wertungs- und 2:0 Mannschaftserfolg zu Buche stand. Bis 130 kg Freistil wurde Andreas Holthaus von Kürsat Kabal mit einem Beinangriff erwischt und auch geschultert, was den Gästen ihre ersten vier Mannschaftspunkte einbrachte. Die Angerer Führung stellte im Anschluss Vinzenz Haunerdinger wieder her, der Toni Willig bis 61 kg griechisch-römisch nach etwa einer Minute nach einem Kopfzug schulterte. Bis 98 kg griechisch-römisch waren die Gäste unbesetzt, sodass sich Stefan Nitzinger über vier kampflose Punkte freuen durfte. Weitere vier steuerte bis 66 kg Freistil Max Hinterstoißer bei, der für seinen technisch überlegenen Sieg über Yamen Shawkat nur 102 Sekunden benötigte, indem er unter anderen drei Vierer-Wertungen erzielte. Bis 86 kg Freistil konnte Albert Raisch in der sechsten Kampfminute den vorzeitigen Sieg von Safiullah Naseri nicht mehr verhinderten, als der Unterföhringer seinen Vorsprung auf 5:20 ausbaute. Im letzten Kampf des ersten Durchgangs fand Florian Koch kein Gegenmittel gegen die Durchdreher von Marko Chernyshev, der seine Farben damit wieder auf 14:12 heranbrachte.

Jakob Hogger gab sich auch bis 57 kg griechisch-römisch gegen Morten Höfs keine Blöße und gewann nach viereinhalb Minuten per Schultersieg in Folge eines Hüftschwungs, nachdem der junge Angerer zu diesem Zeitpunkt bereits mit 11:2 in Führung gelegen hatte. Auf 22:12 baute im Anschluss Alexander Koch die Angerer Führung aus, nachdem die Gäste die Gewichtsklasse bis 130 kg griechisch-römisch nicht besetzt hatten. Bis 61 kg Freistil zeigte Vinzenz Haunerdinger auch in seinem zweiten Kampf eine gute Figur und gewann nach einer Serie an Beinangriffen und Achselwürfen in der fünften Kampfminute mit 18:2 technisch überlegen gegen Toni Willig. Dennis Baumgartner führte bis 98 kg Freistil gegen Kürsat Kabal bis kurz vor dem Schlusspfiff aufgrund zweier verstrichener Aktivitätszeiten mit 2:0, ehe der Unterföhringer mit einem letzten Angriff doch noch auf 2:2 ausglich und aufgrund der höheren Wertung mit einem Mannschaftspunkt gewann. Wie schon zuvor sein Teamkollege und Namensvetter Florian musste auch Leonhard Koch bis 66 kg griechisch-römisch die Stärke von Marko Chernyshev anerkennen, der mit einem technisch überlegenen Sieg die Gäste noch einmal etwas näher auf 26:17 heranbrachte. Kurzen Prozess machte bis 86 kg griechisch-römisch Luis El Malki, indem er Jones Drissi nach einem Kopfpressgriff auf dessen Rücken warf und per Schultersieg die Angerer Führung auf 30:17 ausbaute. Das letzte Duell des Vorkampfs bestritten unter den Augen des stets souveränen Kampfrichters Markus Hinterseer bis 75 kg Freistil Paul Hogger und Lorenz Marthen, wobei der Angerer eine ursprüngliche 4:0 Führung nicht verteidigen konnte und beim 4:8 Endstand mit zwei Mannschaftspunkten unterlag.

Alexander-Aurelius Opitz gelingt der kampfentscheidende Schultersieg gegen Vigaun/Abtenau ((C) Andreas Holthaus).
Alexander-Aurelius Opitz gelingt der kampfentscheidende Schultersieg gegen Vigaun/Abtenau ((C) Andreas Holthaus).

Die Schülermannschaft war am Samstag gleich doppelt gefordert und feierte zuerst einen nie gefährdeten 36:1 Erfolg über den TV Traunstein. Lukas Staller (32 kg griechisch-römisch) und Philipp Stein (46 kg griechisch-römisch) gewannen jeweils kampflos, während Jona Auer (35 kg Freistil) aufgrund des Übergewichts seines Kontrahenten vier Mannschaftspunkte einfuhr. Auf der Matte gewannen Moritz Huber (29 kg Freistil), Stefan Koch (38 kg griechisch-römisch), Benno Schmidt (42 kg Freistil) und Jakob Hinterstoißer (51 kg Freistil) jeweils per Schultersieg und ihre Teamkollegen Vinzenz Haunerdinger (67 kg Freistil) und Albert Raisch (85 kg griechisch-römisch) siegten per technischer Überlegenheit. Den einzigen Punkt der Gäste konnte bis 57 kg griechisch-römisch Christoph Koch nicht verhindern, der sich zuvor mit seinem Kontrahenten beim 9:10 Endstand allerdings einen abwechslungsreichen Kampf geliefert hatte. Einen engeren Verlauf sahen die Zuschauer im Anschluss beim Duell mit der KG Vigaun/Abtenau, die im vergangenen Jahr auf dem dritten Platz der Grenzlandliga gelandet war. Für die heimischen Punkte sorgten mit jeweils vier Zählern durch Schultersieg oder technischer Überlegenheit Stefan Koch (35 kg Freistil), Benno Schmidt (42 kg Freistil), Alexander-Aurelius Koch (46 kg griechisch-römisch), Christoph Koch (57 kg griechisch-römisch) und Albert Raisch (85 kg griechisch-römisch). Im Gegenzug unterlagen Moritz Huber (29 kg Freistil), Jona Auer (38 kg griechisch-römisch), Jakob Hinterstoißer (51 kg Freistil) und Leonhard Koch (67 kg Freistil) jeweils vorzeitig, während sich die knappe 0:2 Niederlage von Lukas Staller (32 kg griechisch-römisch) am Ende zusammen mit den Siegen als kampfentscheidend herausstellte. (Lukas Koch)

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