Am Samstag, den 12. September, beginnt aus Sicht der bayerischen Vereine nach neun Monaten Pause endlich wieder die Mannschaftssaison im Ringen, wobei der SC Anger zum Auftakt in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern ab 19:30 Uhr den TV Geiselhöring, in der Landesliga Süd ab 18:00 Uhr den SC Isaria Unterföhring II und in der Grenzlandliga ab 16:45 Uhr bzw. 15:45 Uhr die KG Vigaun/Abtenau und den TV Traunstein zu Gast hat. Ersterer landete im vergangenen Jahr auf dem dritten Platz und bezwang den SCA dabei zweimal, weswegen den Niederbayern am Wochenende auch die Favoritenrolle zukommt.
Um in der durch den Abstieg von Johannis Nürnberg aus der zweiten Bundesliga noch einmal stärker werdenden NWRLB erneut aufs Podest vorzustoßen, verpflichteten die Ringer aus der Nähe von Straubing drei Neuzugänge. Der gebürtige Chamer Lukas Meyer kam vom ATSV Kelheim aus der Oberliga Bayern und ergänzt die beiden Eigengewächse der Geiselhöringer, Lukas Würstl und Ulrich Blümel, im klassischen Schwer- bzw. Halbschwergewicht. Nachdem bei Anger hier allerdings mutmaßlich der Ungar Koppany Simon Laszlo auflaufen wird, liegt die Favoritenrolle klar bei der Heimmannschaft. Ihre Georgier-Achse im Freistil in den mittleren Gewichtsklassen erweiterten die Gäste um Goderzi Dzebisashvili, der 2024 an den Olympischen Spielen teilnahm und sich zusammen mit Levan Kelekhsashvili, Luka Mariamidze und Piruzi Kvlividze wohl die Klassen bis 75 kg und 80 kg Freistil aufteilen dürfte, wo entsprechend den verfügbaren Angerer Ringer Lorenz Hagelauer, Max Pöschl, Philipp Bart und Mohammed Khasaev die Außenseiterrolle zukäme. Für den abschließenden Kampf bis 75 kg griechisch-römisch steht den Niederbayern neben dem etablierten Krzysztof Tomasz Bańczyk nun auch Mohamed Atamaz Alsibai zur Verfügung, der 2025 mit dem ASV Bruchsal die Meisterschaft in der Oberliga Nordbaden feierte und mit seinen elf Siegen – acht davon vorzeitig – einen beträchtlichen Anteil am Titel hatte. Auf Seiten des SC Anger muss in dieser Gewichtsklasse das Fehlen von Franz Fröhlich, der berufsbedingt heuer nicht zur Verfügung steht, kompensiert werden, wobei die Wahl auf Simon Resch oder Michael Klouceck fallen dürfte.
Einen weiteren Ausfall gibt aus heimischer Sicht bis 86 kg griechisch-römisch zu beklagen, wo sich Simon Öllinger in der Vorbereitung verletzte und für unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung steht, weswegen es zu keiner Neuauflage des Duells mit Martin Wittmann kommen wird und der SCA diese Gewichtsklasse anderweitig besetzen muss. Anders gestaltet sich die Lage bis 98 kg Freistil, wo Benedikt Argstatter erneut entweder auf Simon Eisenhut oder Ulrich Blüml treffen dürfte und seine Vorjahreserfolge wiederholen will. Zu einem Duell zweier Eigengewächse kommt es mutmaßlich bis 57 kg Freistil, in dem sich Michael Enzinger und Simon Thurner einen ausgeglichenen Kampf liefern werden. Auch bis 61 kg griechisch-römisch lässt sich auf dem Papier kein Favorit ausmachen, wenn bei Anger Sebastian Kolompar nach einem Jahr Pause zurückkehren und gegen den Münchner Basir Ibrahimi auf die Matte gehen wird. Zwei Neuauflagen aus dem Vorjahr erwarten die Zuschauer bis 66 kg Freistil und 71 kg griechisch-römisch, wo Andreas Hocheder und Felix Baumgartner sich gegen Faisal Haidari und Arkadiusz Jan Gucik für ihre letztjährigen Niederlagen revanchieren wollen. Alternativ stünde den Angerern bis 71 kg auch Sebastian Gröbner zur Verfügung, der sich ebenso wie sein Mannschaftskollege vor allem vor den brandgefährlichen Kopfzügen des Geiselhöringers in Acht nehmen müsste.
Während die Geiselhöringer also durch externe Zukäufe in ihre Kaderbreite investierten, schenken die Angerer Verantwortlichen weiterhin ihren eigenen Nachwuchsringer das Vertrauen, deren Gesamtaufgabe durch die beiden Ausfälle von Franz Fröhlich und Simon Öllinger allerdings noch einmal schwieriger wurde. Dennoch zeigt man sich auf Seiten des SCA zuversichtlich, dass die heimischen Athleten ihre starken Leistungen bzw. Entwicklungen aus der Vorbereitung auch in der Ligaphase zeigen und ihr Herz auf der Matte lassen werden.
Kein Favorit lässt sich im Vorkampf zwischen den beiden zweiten Mannschaften von Anger und Unterföhring ausmachen, die im Vorjahr jeweils einmal gewinnen konnten und auch in der Endabrechnung der Saison nahe beieinander lagen. Beide Staffeln verfügen über einen großen Kader, der vor allem mit Nachwuchsringern besetzt ist, weswegen am Samstag auch zahlreiche Duelle zwischen Jugendringern erwartet werden. Gleich zweimal gefordert ist zum Saisonauftakt die Schülermannschaft, die zuerst im Bezirksduell auf den TV Traunstein trifft, ehe eine Stunde später der Vorjahresdritte, die KG Vigaun/Abtenau, zu Gast in Anger ist. (Lukas Koch)



