Mit einer respektablen 17:10 Niederlage kehrten am Samstag die Ringer des SC Anger von ihrem Auswärtskampf in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern, als sie dem favorisierten SC Oberölsbach einen spannenden Kampf lieferten. Unter die Ränder kam hingegen die zweite Mannschaft in der Landesliga Süd, die sich im Derby dem stark aufgestellten TSV Trostberg mit 49:4 beugen musste. Einen knappen, aber verdienten Sieg holte sich in der Grenzlandliga die Schülermannschaft, die mit einem 18:20 Auswärtserfolg den AC Bad Reichenhall auf Distanz hielt und damit weiter im Meisterrennen mitmischt.
Unter der Woche war im Training bei Michael Enzinger eine alte Verletzung erneut aufgeflammt, sodass sich der junge Angerer bis 57 kg Freistil von Ahmed Alfaraj schultern lassen musste und die ersten vier Mannschaftspunkte an den SC Oberölsbach gingen. Den unmittelbaren Ausgleich erreichte im Schwergewicht Koppany Simon Laszlo, der Erkan Celik anders als noch im Vorjahr dieses Mal keine Chance ließ und die erste angeordnete Bodenlage für eine Serie an Durchdrehern nutzte, wodurch der Ungar im Angerer Dress nach zwei Minuten technisch überlegener Sieger wurde. Seine hervorragende Form der vergangenen Wochen bestätigte bis 61 kg griechisch-römisch Max Hinterstoißer, der auf den amtierenden dritten Deutschen Meister der Männer, Fabian Osman Meier, traf. Als aktiverer Ringer nutzte der junge Angerer die erste Bodenlage für zwei Durchdreher und führte somit zur Pause mit 0:5. Im zweiten Durchgang wurde dem Gastgeber die Oberlage zugesprochen, aus der Hinterstoißer allerdings keine Wertungen zuließ und somit nach sechs Minuten verdient mit 1:5 Wertungs- und 0:2 Mannschaftspunkten gewann. Ebenfalls zwei Mannschaftspunkte steuerte bis 98 kg Freistil Benedikt Argstatter bei, der gegen Patrik Fanderl den gesamten Kampf der aktivere Ringer war und sich mit einer Aktion am Mattenrand sowie zwei verstrichenen Aktivitätszeiten einen 0:3 Wertungssieg sicherte. Vom ansonsten den ganzen Abend über sicher leitenden Kampfrichter Holger Atzesberger hätten sich die Angerer Verantwortlichen hier ein schärferes Durchgreifen gegen den andauernde Fingerhalten des Oberölsbacher erhofft, der damit für seine unfaire Ringweise nicht weiter bestraft wurde.
Die starke Angerer Serie setzte bis 66 kg Freistil Andreas Hocheder fort, der gegen den im Vorfeld stärker eingeschätzten Haydar Afshar einen frühen 2:0 Rückstand bis zur Pause mit drei Beinangriffen am Mattenrand in eine 2:3 Führung umgewandelt hatte. Diese baute der junge Angerer nach der Pause mit einem Beinangriff samt Überführen in die Bodenlage auf 2:5 aus, ehe der Gastgeber nach fünf Minuten das Ergebnis wieder auf 6:5 zu seinen Gunsten drehte. Mit letzter Energie gelang Hocheder schließlich zehn Sekunden vor dem Abpfiff ein weiterer erfolgreicher Beinangriff, der anschließend auch die finalen Attacken des Oberölsbacher abwehrte, wodurch sich der heimische Ringer insgesamt für seine tolle Leistung belohnte und beim 6:7 Endstand einen Mannschaftspunkt davontrug. Ohne Erfolg blieb bis 86 kg griechisch-römisch Michael Klouceck, der auf Petr Novak traf und aus der ersten angeordneten Bodenlage heraus mit zwei verkehrten Aushebern geworfen wurde, wobei der zweite auch zum Schultersieg des erfahrenen Tschechen führte. Den hitzigsten Kampf des Abends lieferten sich bis 71 kg griechisch-römisch, wo Sebastian Gröbner anfangs durch Marco Dürmeier unter Druck geriet und zur Pause mit 7:0 in Rückstand lag. Im zweiten Durchgang hatte sich der junge Angerer besser auf den Neuzugang aus Nürnberg eingestellt und wurde mit einer angeordneten Bodenlage belohnt, die er für zwei Ausheber nutzte. Diese verteidigte der Gastgeber allerdings jeweils auf unsportliche Weise durch sehr offensichtliche Beinarbeiten, wofür er entsprechend auch von Kampfrichter Atzesberger mit zwei Verwarnungen belegt wurde. Im weiteren Bodenkampf gelang dem Angerer zunächst ein Durchdreher, ehe er von Dürmeier überstiegen und beinahe geschultert worden wäre, wobei sich Gröbner gerade noch einmal ins Mattenaus rettete. Allerdings hatte er während des Verteidigens nun selbst unerlaubterweise die Beine des Oberölsbachers zu Hilfe genommen und erhielt seinerseits eine Verwarnung. Beim Zwischenstand von 11:9 ging es in die letzte Kampfminute, in der der junge Angerer noch einmal mit einer Überführung in die Bodenlage erfolgreich war und beim 11:11 Endstand aufgrund der niedrigeren Anzahl an Verwarnungen den knappen 0:1 Punktsieg davontrug.
Bis 80 kg startete der endlich wieder genesene Max Pöschl für den SCA, der gegen Thomas Kleesattel immer wieder Beinangriffe ansetzte, diese aber nicht final für Wertungen vollenden konnte. Im Gegenzug war der Gastgeber mit drei Aktionen erfolgreich und sicherte dem SCO beim 4:0 Endstand zwei Mannschaftspunkte, durch die es nach acht Kämpfen ausgeglichen 10:10 stand. Mit dem Kasachen Yerkhan Bexultanov, unter anderem bereits Bronze- und Goldmedaillengewinner bei U20 Asienmeisterschaften, spielten die Oberpfälzer anschließend bis 75 kg Freistil noch einmal einen ihrer ausländischen Trümpfe aus, der gegen Lorenz Hagelauer letztendlich auch seiner Favoritenrolle gerecht wurde. Auch wenn der Angerer nach Kräften dagegenhielt, fand er kein Gegenmittel gegen die Beinangriffe und Durchdreher des Oberölsbachers, der so nach etwa vier Minuten so technisch überlegen gewann, wodurch die Gastgeber nun mit 14:10 führten. Bis 75 kg griechisch-römisch konnte der SCA nicht wie zuletzt gewohnt Simon Resch auf die Matte schicken, da sich dieser im Training verletzt hatte und von Paul Hogger vertreten wurde. Dieser traf im letzten Duell des Abends auf Jonas Zimmermann, der allgemein kein Risko einging und nach mehreren Durchdrehern zur Pause mit 7:0 führte. Auch im zweiten Durchgang fand der Angerer keine Möglichkeit für eine eigene Aktion, sodass sich der Oberölsbacher letztendlich mit 10:0 durchsetzte und seiner Mannschaft damit den 17:10 Gesamtsieg bescherte. Am nächsten Samstag stehen die Angerer Ringer ein weiteres Mal auswärts auf der Matte und sind zum Rückrundenauftakt inklusive Wechsel der Stilarten beim TV Geiselhöring zu Gast.

Auch die zweite Mannschaft ist am kommenden Wochenende erneut auswärts und reist in die Landeshauptstadt zum SC Isaria Unterföhring II, den man im Hinkampf sicher mit 30:19 bezwang. Nicht von Erfolg gekrönt war dagegen das Derby beim TSV Trostberg, in dem sich die Gastgeber klar als die stärkere Mannschaft herausstellten und der SCA beim 49:4 Endstand eine herbe Niederlage hinnehmen musste. Das sehr hohe Ergebnis täuscht dabei allerdings etwas über den Verlauf der einzelnen Kämpfe hinweg, in denen den Zuschauern trotz der Dominanz der Trostberger spannender Ringsport geboten wurde. Zweimal vier kampflose Punkte gingen an Marcel Sperling bis 57 kg, da der SC Anger hier verletzungsbedingt unbesetzt war. Bis 130 kg Freistil hielt Lukas Koch seinen Rückstand zur Pause gegen Jakob Rottenaicher beim 4:0 Zwischenstand noch in Grenzen, ehe dem Trostberger im zweiten Durchgang mehrere Durchdreher gelangen und dieser 20 Sekunden vor dem Abpfiff durch technische Überlegenheit gewann. Im klassischen Schwergewicht traf Andreas Holthaus ebenfalls auf Rottenaicher, der nach drei Minuten knapp mit 3:1 führte. Nach der Pause setzte sich zunehmend die technische Stärke und Erfahrung des ehemaligen Bundesliga-Ringers durch, der seine Führung weiter ausbaute und schließlich in der sechsten Kampfminute einen Schultersieg landete.
Bis 61 kg standen sich in beiden Stilarten David Dik und Vinzenz Haunerdinger gegenüber, die sich die mit Abstand aktionsreichsten Duelle des gesamten Abends leisteten. In griechisch-römisch waren beide Ringer im ersten Durchgang mit Schwunggriffen, Überführungen in die Bodenlage und Durchdrehern erfolgreich, wodurch es nach drei Minuten sage und schreibe 18:23 stand. Nach der Pause erwischte der Trostberger den Angerer kampfentscheidend mit einem Überwurf und gewann per Schultersieg vier Mannschaftspunkte. Dieses Ergebnis konnte der Angerer natürlich nicht auf sich sitzen lassen und begann im Freistil furios mit einigen Durchdrehern, die eine frühe 0:12 Führung bedeuteten. Doch wie schon in griechisch-römisch kam in der Folge auch Dik erneut zu Punkten, der damit beinahe ausglich, ehe kurz darauf wieder Haunderdinger davonzog. Dieses Wechselspiel wiederholte sich bis zum Pausenpfiff noch zweimal, womit es auch hier nach drei Minuten 16:26 stand. Mit Aussicht auf einen technisch überlegenen Sieg bei einer Differenz von 15 Punkten ging der junge Angerer im zweiten Durchgang noch einmal konzentriert zu Werke und sicherte sich schließlich noch in der vierten Minute mit zwei Aktionen einen vorzeitigen Sieg, der allerdings leider an diesem Abend der einzige Angerer Erfolg bleiben sollte. Bis 98 kg griechisch-römisch kam Jassin El Malki zu seinem ersten Saisoneinsatz und fand sich Andreas Wist gegenüber. Wie schon zuvor seine beiden Kollegen im Schwergewicht hielt der Angerer im ersten Durchgang beim 3:0 Zwischenstand gut dagegen, ehe sich nach der Pause zunehmend die Klasse des Trostbergers durchsetzte, der sich zehn Sekunden vor dem Abpfiff den Sieg durch technische Überlegenheit sicherte. Im Freistil standen sich Oliver Zizler und Stefan Nitzinger gegenüber, wobei der Angerer im ersten Durchgang in eine Serie an Beinschrauben geriet, sich aus dieser aber gerade noch einmal befreien konnte. Nachdem der Angerer zwischenzeitlich auf 9:4 verkürzt hatte, gelang dem Trostberger im zweiten Durchgang erneut das Fassen einer Beinschraube, aus der sich der junge Angerer dieses Mal nicht mehr befreien konnte und nach etwas mehr als fünf Minuten vorzeitig unterlag.

Eine ansprechende Leistung zeigte einmal mehr bis 66 kg Freistil Michael Haas, der mit Manuel Kuliev einen erfahreneren Ringer vor Brust hatte. Von einem 8:0 Pausenrückstand ließ sich der junge Angerer nicht beirren und fand im zweiten Durchgang besser in den Kampf, als er zwischenzeitlich auf 12:3 verkürzte. In den Schlusssekunden riskierte Haas für eine knappere Niederlage noch einmal einen Angriff, wurde dabei allerdings gekontert und unterlag beim finalen 16:3 mit drei Mannschaftspunkten. In griechisch-römisch bekam es Angerer Nachwuchsringer mit dem etwa dreimal so alten Piotr Knec zu tun, der vor allem im Bodenkampf Vorteile hatte. Haas kämpfte erneut gut mit und war auch mit eigenen Aktionen erfolgreich, musste sich gegen Ende der vierten Kampfminute dennoch schließlich beim 22:6 Endstand durch technische Überlegenheit geschlagen geben. Bis 86 kg Freistil traf Luis El Malki auf Oliver Zizler, der den Angerer noch in der ersten Minute im Bodenkampf mit einem Abklemmer erwischte und damit auch schulterte. In griechisch-römisch stand Max März zum ersten Mal diese Saison für den SCA auf der Matte und bekam es mit Andreas Wist zu tun. Beide Ringer lieferten sich ein ansehnliches und intensives Duell, in dem der Trostberger in den entscheidenden Momenten knapp im Vorteil war und so nach fünf Minuten 10:2 führte. Der Angerer ging daher in der letzten Kampfminute noch einmal ins Risko, wurde hierbei aber gekontert und schließlich auch geschultert, wodurch vier weitere Mannschaftspunkte an die Gastgeber gingen. Durch die bereits angesprochene Verletzung seines Bruders Simon und das Aufrücken von Paul Hogger in die erste Mannschaft nahm Benedikt Resch im Vorfeld des Kampfes einiges an Gewicht ab und hatte damit bereits mit dem Passieren der Waage einen persönlichen Erfolg erreicht. Im Kampf bis 75 kg griechisch-römisch mit Piotr Knec ließ sich der Angerer von einem 8:0 Pausenrückstand nicht beirren und verkürzte im Verlauf der zweiten Hälfte immer weiter, wobei ihm beim 12:8 Endstand allerdings der Sieg letztendlich verwehrt blieb. Im Freistil standen sich im abschließenden Kampf des Abends Ozair Saifi und Florian Koch gegenüber, in dem dem Trostberger immer wieder erfolgreiche Beinangriffe gelangen, der damit fünf Sekunden vor dem Pausenpfiff von Kampfrichter Stephan Grimm zum technisch überlegenen Sieger erklärt wurde.
Knapper als im Vorfeld erwartet endete in der Grenzlandliga das Duell zwischen dem AC Bad Reichenhall und der Schülermannschaft des SCA, die sich beim 18:20 Endstand aber dennoch durchsetzte und damit weiterhin einziger Verfolger des AC Wals bleibt. Nach einer zwischenzeitlichen 18:12 Führung für die Gastgeber blieben in den abschließenden beiden Duellen Benno Schmidt (42 kg Freistil) und Philipp Stein (46 kg griechisch-römisch) nervenstark und sicherten ihrem Team mit zwei Schultersiegen den Gesamtsieg. Zuvor hatte bereits Elias Helminger (29 kg Freistil), Lukas Staller (32 kg griechisch-römisch) und Christoph Koch (67 kg Freistil) jeweils per Schultersieg gewonnen. Mitentscheidend für den Sieg war am Ende auch die knappe 12:9 Punktniederlage von Albert Raisch (85 kg griechisch-römisch), der damit den Gastgebern wichtige Mannschaftspunkte verwehrte. Ohne Erfolg blieben am Samstag dieses Mal Stefan Koch (35 kg Freistil), Luis Hufnagl (38 kg griechisch-römisch) und Elyes Gharbi (51 kg Freistil), die sich technisch überlegen oder per Schulterniederlage geschlagen geben mussten, während die Klasse bis 57 kg griechisch-römisch auf Seiten des SCA unbesetzt blieb. (Lukas Koch)



