Zwei Siege und eine Niederlage für Angerer Ringer

Max Pöschl bei einem Beinangriff gegen Matthias Einsle ((C) Andreas Holthaus).
Max Pöschl bei einem Beinangriff gegen Matthias Einsle ((C) Andreas Holthaus).

Die Ringer des SC Anger kassierten in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern gegen den TSV Westendorf eine leider bereits erwartete 4:25 Niederlage, bei der die Zuschauer aber dennoch einige spannende und intensive Kämpfe geboten bekamen, sodass sich ein Kommen auch ohne einen Heimsieg lohnte. Eben diesen feierten im Vorfeld sowohl in der Landesliga Süd die 2. Mannschaft als auch in der Grenzlandliga die Schülermannschaft, die den TSV Westendorf III mit 25:13 und den TSV Berchtesgaden mit 36:4 bezwangen.

Der Abend begann aus Angerer Sicht direkt mit der nächsten Hiobsbotschaft, da sich Michael Enzinger im Abschlusstraining verletzt hatte und sich daher bis 57 kg Freistil von Jakob Völk schultern lassen musste. Die Gäste erhöhten im Anschluss unmittelbar auf 0:8, da Angers Ungar Koppany Simon Laszlo weiterhin verletzungsbedingt noch nicht zur Verfügung steht und man daher Felix Kiyek keinen ebenbürtigen Kontrahenten entgegenschicken konnte. Gerungen wurde dann endlich bis 61 kg griechisch-römisch, wo Sebastian Kolompar nicht wie erwartet gegen Michael Steiner, sondern gegen Emil Schwab auf der Matte stand. Nach einer vergleichsweisen ruhigen ersten Hälfte erhöhte der Serbe im Angerer Dress im zweiten Durchgang sichtbar das Tempo und sicherte sich nach vier Minuten einen technisch überlegenen Sieg. Eine wahrlich undankbare Aufgabe hatte im Anschluss bis 98 kg Freistil Benedikt Argstatter, der mit dem Moldawier Ion Demian einen mehrfachen Medaillengewinner bei U20 bzw. U23 Welt- und Europameisterschaften vorgesetzt bekam. Der Angerer verteidigte in den ersten beiden Kampfminuten geschickt gegen den Westendorfer Neuzugang und ließ nur einen 0:3 Rückstand zu, ehe dieser bis zur Pause seine ganze internationale Klasse ausspielte und noch vor dem Pausenpfiff die technische Überlegenheit erreichte.

Im letzten Kampf vor der Pause wurde Andreas Hocheder bis 66 kg Freistil anfangs von Nasrat Nasratzada mit zwei Beinangriffen sowie daraus folgenden Aktionen erwischt und rannte daher früh einem 0:10 Rückstand hinterher. Davon ließ sich der junge Angerer allerdings nicht beeindrucken und verkürzte noch vor der Pause mit einem erfolgreichen Beinangriff auf 2:10. Im zweiten Durchgang war beiden Ringern das hohe Anfangstempo anzumerken, wenngleich Hocheder sich als der aktivere Ringer zeigte und dafür auch mit einem Passivitätspunkt belohnt wurde, durch den nur noch zwei Mannschaftspunkte an die Gäste gingen. Bis 86 kg griechisch-römisch ging Michael Klouceck wie schon in der Vorwoche mit Gewichtsnachteil gegen Jakob Kinberger auf die Matte, der diesen Vorteil auch vor allem durch Rausschieben für sich zu nutzen wusste. Auch wenn so am Ende der sechsminütigen Kampfzeit ein 0:11 Erfolg für den Westendorfer auf der Anzeigetafel stand, hatte sich der Angerer teuer verkauft und vor allem im Bodenkampf stark verteidigt. Den zweiten Legionär der Allgäuer, Avgustin Spasov, bekam bis 71 kg griechisch-römisch Sebastian Gröbner vorgesetzt, welcher bis dato in drei Jahren und 28 Kämpfen Regionalliga erst einmal verloren hatte. Der Westendorfer startete seine Offensive vom Anpfiff weg, während der Angerer diese geschickt verteidigte. Dadurch kam Spasov zwar zu Punkten durch Rausschieben, während Gröbner im Bodenkampf keine Durchdreher zuließ und so seinen Rückstand bis zur Pause noch auf 0:9 begrenzte. Als beiden Ringern im zweiten Durchgang die Kräfte schwanden, mobilisierte der Westendorfer seine letzten Reserven sowie seine Erfahrung und erreichte dadurch in der fünften Kampfminute die technische Überlegenheit.

Tendenziell ereignisarm, aber nichtsdestotrotz spannend war anschließend das Duell bis 80 kg Freistil zwischen Max Pöschl und Matthias Einsle, die bereits in der Vergangenheit des Öfteren gegeneinander auf der Matte gestanden hatten. Als der Westendorfer nach fünfeinhalb Minuten knapp mit 1:2 führte, riskierte der Angerer noch einmal alles in einem letzten Beinangriff, welchen der Gästeringer allerdings kontern konnte, wodurch sich Pöschl am Ende mit 1:6 und zwei Mannschaftspunkten geschlagen geben musste. Ebenso ohne große Höhepunkte verlief die erste Hälfte des Duells zwischen Lorenz Hagelauer und Glgamesh Khazkeil bis 75 kg Freistil, ehe ein zweiter Durchgang folgte, der es in sich hatte. Zunächst baute der Westendorfer seinen 0:1 Pausenvorsprung auf 0:4 aus, welchen der Angerer durch einen Beinangriff und Rausschieben allerdings schnell wieder auf 3:4 verkürzte. Anschließend konterte Hagelauer einen Angriff des Allgäuers mit Kopfzug und ging dadurch erstmals mit 8:4 in Führung, da er für eine verlorene Challenge der Westendorfer einen weiteren Punkt erhielt. Mit der drohenden Niederlage im Nacken attackierte nun wieder Khazkeil, während Hagelauer hier selbst etwas aktiver agieren hätte müssen, wodurch der Westendorfer seinen Rückstand tatsächlich noch in einen Vorsprung drehen konnte und am Ende von sechs intensiven Kampfminuten mit 8:12 gewann. Kampfrichter Johannes Steinberger vom SV Untergriesbach hatte hier alle Hände voll zu tun, blieb aber wie auch schon den ganzen Abend zuvor – er leitete auch den Vorkampf – souverän in seinen Entscheidungen und trug damit seinen Teil zu einem gelungen Kampfabend bei. Das abschließende Duell bis 75 kg griechisch-römisch bestritten schließlich Simon Resch und Maximilian Prestele, welches in der ersten Hälfte der Westendorfer per Armklammer dominierte und zahlreiche Punkte sammelte, aus denen einen Suplex mit fünf Punkten herausstach. Wer beim Pausenstand von 0:12 dachte, dass der Allgäuer sich im zweiten Durchgang schnell einen vorzeitigen Sieg sichern würde, hatte die Rechnung ohne der Angerer gemacht, der nun selbst das Kampfgeschehen dominierte und mit einer angeordneten Bodenlage belohnt wurde. Diese nutzte Resch für einen sehenswerten Ausheber-Wurf, durch den er insgesamt noch auf 5:12 verkürzen konnte. Durch die Niederlage und den parallelen Heimerfolg von Hallbergmoos ist der SCA nun alleiniges Tabellenschlusslicht, während Westendorf wiederum durch die Heimniederlage von Johannis Nürnberg alleiniger Tabellenführer ist. Letzterer ist am kommenden Samstag der nächste Gegner der Angerer, wenn gegen die Franken am Tag der Deutschen Einheit bereits das nächste Heimkampfwochenende ansteht.

Michael Haas im Kampf mit Fabian Stechele ((C) Andreas Holthaus).
Michael Haas im Kampf mit Fabian Stechele ((C) Andreas Holthaus).

An diesem empfängt die zweite Mannschaft im Vorkampf den Vizemeister des Vorjahres, den TSV Kottern, während man am Samstag Aufsteiger Westendorf III sicher mit 25:13 bezwang. Den Auftakt machte bis 57 kg Freistil Jakob Hogger, der sich gegen Borys Hul-Skotnicki durch zahlreiche Durchdreher noch in der ersten Hälfte die technische Überlegenheit sicherte. Einen nie gefährdeten 4:1 Punkt- und 2:0 Mannschaftssieg steuerte bis 130 kg Freistil Alexander Koch bei, der mit seiner Erfahrung Tim Hendrich nie zur Entfaltung kommen ließ. Auch das Duell bis 61 kg griechisch-römisch ging an den SCA, als Vinzenz Haunderdinger Danylo Kazakov bereits nach 45 Sekunden nach einem Kopf-Press-Griff schulterte. Einen Kampf mit mehrfach wechselnder Führung lieferten sich bis 98 kg griechisch-römisch Philipp Bart und Noah Wurmser, in dem der Westendorfer beim 4:5 Endstand knapp die Nase vorn und den ersten Mannschaftspunkte der Gäste erkämpft hatte. Einen tollen Auftritt legte bis 66 kg Freistil Michael Haas an den Tag, der Fabian Stechele von Beginn an unter Druck setzte und durch Rausschieben und Beinangriffe Punkt um Punkt sammelte, ehe nach fünf Minuten ein Sieg durch technische Überlegenheit auf der Anzeigetafel stand.

Zwei weitere Angerer Punkte waren das Resultat bis 86 kg Freistil, wo Luis El Malki gegen Bayezid Gül nach zwei Minuten bereits mit 6:0 führte, ehe der Westendorfer auf 6:3 herankam. In Folge punktete aber wieder der Angerer, der letztendlich mit 9:3 triumphierte. Einen sicheren, aber ereignisarmen 2:0 Punkt- und 1:0 Mannschaftssieg steuerte durch zwei angeordnete Bodenlagen bis 75 kg griechisch-römisch Paul Hogger gegen Maximilian Vogel bei, der damit zur Mitte des Kampfes in der Landesliga Süd auch den 17:1 Vorsprung einstellte. Zum Auftakt der zweiten Hälfte stand wie schon zuvor Jakob Hogger auf der Matte, der sich dieses Mal bis 57 kg griechisch-römisch allerdings vorzeitig Theo Völk geschlagen geben musste, als der Angerer nach einer Schulterblessur den Kampf nicht mehr fortsetzen konnte. Eine spannende Auseinandersetzung lieferten sich bis 130 kg griechisch-römisch Andreas Holthaus und Max Schmidt, als der Angerer seinen 4:0 Pausenvorsprung im zweiten Durchgang einbüßte und der Westendorfer eine Minute vor Abpfiff vor allem aufgrund einer Vierer-Wertung nun selbst mit 4:5 führte. Holthaus mobilisierte daher noch einmal seinen letzten Kraftreserven und war unter dem Jubel der Zuschauer mit einem Angriff erfolgreich, durch den er das Ergebnis wieder auf 6:5 zu seinen Gunsten drehte und am Ende mit einem Mannschaftspunkte gewann.

Spannender als noch zuvor in griechisch-römisch war anschließend der Kampf bis 61 kg Freistil zwischen Vinzenz Haunerdinger und Danylo Kazakov, in dem sich der Westendorfer bis zum Beginn der zweiten Hälfte einen 4:8 Vorsprung erarbeitet hatte. Davon unbeeindruckt nutzte der junge Angerer nun zwei sich ihm bietende Gelegenheiten und war zweimal per Viererwertung – einmal durch einen Spaltgriff und einmal per Kopfzug – erfolgreich, wodurch er am Ende beim 12:10 Endstand einen Mannschaftspunkt davontrug. Einsteiger im Bodenkampf waren im Anschluss das Erfolgsrezept von Stefan Nitzinger bis 98 kg Freistil, der Tim Hendrich damit immer wieder in Bedrängnis brachte und beim 12:6 Endstand zwei weitere Mannschaftspunkte für den SCA einfuhr. Keine Mühe hatte bis 66 kg griechisch-römisch Max Hinterstoißer, der Fabian Stechele mehrfach über die Matte drehte und bereits nach etwa einer Minute einen Sieg durch technische Überlegenheit feierte. Zum Abschluss konnte die Gäste beim Zwischenstand von 25:5 noch etwas Ergebniskorrektur betreiben, als zuerst Benedikt Resch kein Gegenmittel gegen die Angriffe von Philipp Reiner fand und am Ende der vierten Kampfminute durch technische Überlegenheit unterlag. Auch im abschließenden Duell bis 75 kg Freistil fuhren die Gäste vier Mannschaftspunkte ein, als Benedikt Harrer gegen Manuel Kinberger ebenfalls durch technische Überlegenheit verlor, wodurch der Vorkampf insgesamt mit 25:13 endete.

Ihre Tabellenführung in der Grenzlandliga baute derweil die Schülermannschaft aus, die gegen den TSV Berchtesgaden überlegen mit 36:4 gewann. Acht der neun Angerer Einzelerfolge basierten dabei durch Schultersiegen, für die sich Elias Helminger (29 kg Freistil), Lukas Staller (32 kg griechisch-römisch), Stefan Koch (38 kg griechisch-römisch), Benno Schmidt (42 kg Freistil), Alexander Opitz (46 kg griechisch-römisch), Jakob Hinterstoißer (51 kg Freistil), Christoph Koch (57 kg griechisch-römisch) und Albert Raisch (85 kg griechisch-römisch) verantwortlich zeigten. Vier weitere Punkte gewann Hannes Unterrainer durch das Übergewicht seines Kontrahenten, wobei der Angerer auch den Freundschaftskampf mit 8:2 zu seinen Gunsten entschied. Die einzige Angerer Niederlage konnte Jona Auer (35 kg Freistil) nicht verhindern, der auf Schulter unterlag. (Lukas Koch)

Hannes Unterrainer bei einen Beinschraube gegen Berchtesgaden ((C) Andreas Holthaus).
Hannes Unterrainer bei einen Beinschraube gegen Berchtesgaden ((C) Andreas Holthaus).

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