Nach zuletzt zwei Auswärtskämpfen in Folge stehen die Ringer des SC Anger am kommenden Samstag wieder zuhause auf der Matte und empfangen ab 19:30 Uhr in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern den TSV Burgebrach und ab 18:00 Uhr in der Landesliga Süd den AC Penzberg. Die beiden Kontrahenten nehmen nach einer bis dato jeweils erfolgreichen Saison aktuell den zweiten bzw. ersten Platz ihrer Staffeln ein, wodurch die heimischen Mannschaften in beiden Duellen in der Außenseiterrolle sind. Die Schülermannschaft ist am Samstag kampffrei.
Den Angerer Ringer gelang im Hinkampf vor sieben Wochen beinahe eine Überraschung gegen die Oberfranken, als sie beim 17:15 Endstand den Auswärtssieg nur knapp verpassten. Allerdings fehlten bei den Burgebrachern damals auch zwei Siegringer aufgrund eines Lehrgangs bzw. eines Turniers, die ansonsten vermutlich für ein höheres Ergebnis gesorgt hätten. Auf der anderen Seite musste der SCA wiederum zum Saisonstart noch auf Koppany Simon Laszlo verzichten, der seines Zeichens eine Punktegarant für die heimischen Ringer gewesen wäre. Der Ungar dürfte am Samstag wohl stilartfremd seinen Landsmann Milan Korcsog im Schwergewicht vertreten, nachdem sich letzterer bedauerlicherweise seine dritte Schulterverletzung in vier Jahren zuzog und dadurch nicht zur Verfügung steht. Laszlo wird bei den Gästen entweder auf Altmeister Jens Bayer oder Javan Palmer treffen, gegen die er selbst im Freistil Favorit ist. Sofern Anger für die zuletzt verwaiste Gewichtsklasse bis 57 kg griechisch-römisch Sebastian Kolompar aus Serbien holt, träfe dieser wie schon im Hinkampf auf den Russen Elchin Ibragimov. Nach Niederlagen in den Vorjahren gelang dem Angerer im Hinkampf etwas überraschend ein knapper 1:0 Punktsieg, wodurch auch dieses Mal wieder ein spannendes Duell zu erwarten ist. Die zweite Ausländerposition wird bei den Gästen wohl ihr ungarischer Neuzugang Csaba Robert Bodi bis 61 kg Freistil einnehmen, der gegen den Angerer Nachwuchsmann Michael Enzinger auch unabhängig vom angeschlagenen Knöchel des Angerers als Favorit in den Kampf geht. Ungeklärt ist auf Seiten der Gastgeber noch die Besetzung bis 98 kg griechisch-römisch, wo bei den Oberfranken zum dritten Jahr in Folge in der Rückrunde der ehemalige Bundesligaringer Bogdan Eismont aufläuft, dem durch die Verletzung von Simon Öllinger kein ebenbürtiger Gegner entgegengesetzt werden kann. Das Duell zweier äußerst talentierter Nachwuchsringer erwartet die Zuschauer bis 66 kg griechisch-römisch, wo sowohl Sebastian Gröbner als auch Xaver Engelhardt nach ihren erfolgreichen Teilnahmen an einem internationalen Turnier in Griechenland vor einer Woche nun wieder zur Verfügung stehen. Mit Blick auf die bisherigen Ergebnisse stehen die Chancen zwischen ausgeglichen und einer leichten Favoritenrolle für den Burgebracher.
Bis 86 kg Freistil kann der SCA zwischen einem erneuten Aufrücken von Max Pöschl oder einem Abtrainieren von Benedikt Argstatter entscheiden, während bei den Gästen Dumitru Strah gesetzt ist. Während ersterer wie schon in der Hinrunde bis 80 kg Freistil in der Außenseiterrolle wäre, stünden sich im zweiten Fall zwei in etwa gleich stark einzuschätzende Ringer gegenüber. Bis 71 kg Freistil (bzw. in der Hinrunde noch 66 kg Freistil) mussten die Burgebracher an den vergangenen drei Wochenenden auf Darius Ludovic Tai Lippkau verzichten, was die Vermutung einer Verletzung nach sich zieht. Bei den Angerern stehen hier sowohl Andreas Hocheder als auch Lorenz Hagelauer zur Verfügung, die beide gegen die bisherigen Vertreter des Neuzugangs aus Unterföhring als auch gegen diesen selbst in der Favoritenrolle sind. Hagelauer oder der bereits erwähnte Pöschl sind wiederum die Optionen des SCA für 75 kg Freistil, wobei ersterer bereits im Hinkampf auf Josef Giehl traf und nach der knappen 4:2 Punktniederlage auf Revanche sinnt. Zwei absolute Punktgaranten haben die Oberfranken in den Klassen bis 75 kg und 80 kg griechisch-römisch, wo sowohl Johann Engelhardt, amtierender dritter Deutscher Meister, als auch Dominik Winkler die Matte bisher stets als Sieger verließen, wenngleich letzterer am vergangenen Wochenende überraschend in der Aufstellung gegen Westendorf fehlte. Auf Paul Hogger oder Simon Resch und Michael Klouceck oder Benedikt Resch warten damit jeweils zwei äußerst schwierige Aufgaben, in denen die Vermeidung eines vorzeitigen Siegs ihrer Kontrahenten das primäre Ziel ist.
Ebenfalls insgesamt in der Außenseiterrolle ist im Vorkampf ab 18:00 Uhr die zweite Mannschaft, die den ungeschlagenen Tabellenführer aus Penzberg zu Gast hat. Nach acht Siegen aus acht Kampftagen sind die Ringer aus dem Landkreis Weilheim-Schongau auf dem besten Weg, ihre zweite Meisterschaft in Folge einzufahren, nachdem sie 2025 den Aufstieg in die Bayernliga nach zwei Niederlagen gegen den ASV Hof II knapp verpassten. Mit unter anderem Mustafa Karaismailoglu, Clemens Seidler und Thomas Kramer verfügen die Penzber-ger über einige Ringer, die zu den besten der ganzen Liga gehören und entsprechend schwer zu bezwingen sind, was auch deren bisher makellose Bilanzen unterstreichen. Im Hinkampf vor sieben Wochen verkaufte sich die junge Angerer Mannschaft teuer, unterlag am Ende aber klar mit 31:19. Die Schülermannschaft ist am Wochenende kampffrei. (Lukas Koch)



