Angerer Ringer zum Rückrundenauftakt erneut auswärts

Für Benedikt Argstatter, hier im Heimkampf gegen Hallbergmoos, geht es am Samstag zusammen mit seinen Mannschaftskollegen nach Geiselhöring ((C) Andreas Holthaus).
Für Benedikt Argstatter, hier im Heimkampf gegen Hallbergmoos, geht es am Samstag zusammen mit seinen Mannschaftskollegen nach Geiselhöring ((C) Andreas Holthaus).

Zum Rückrundenauftakt in den bayerischen Ligen sind die Ringer des SC Anger zum zweiten Mal in Folge auswärts gefordert, wenn es in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern zum TV Geiselhöring, in der Landesliga Süd zum SC Isaria Unterföhring II und in der Grenzlandliga zum TV Traunstein geht. Einhergehend mit dem Start der zweiten Saisonhälfte ist auch der Wechsel der Stilarten, wodurch vor allem für die erste Mannschaft die Karten neu gemischt werden. Favorit sind am Samstag aber dennoch die niederbayerischen Gastgeber, nachdem sie bereits in der Hinrunde beim 3:25 Endstand einen überlegenen Sieg einholten.

Beide Mannschaften werden ihre Aufstellungen durch den bereits angesprochenen Wechsel der Stilarten im Vergleich zu den Vorwochen umstellen, wodurch eine Prognose der einzelnen Begegnungen erschwert wird, wenngleich der Blick auf die abgelaufene Hinrunde sowie die Rückrunde des Vorjahres einige Hinweise gibt. So dürfte bei den Gastgebern bis 57 kg griechisch-römisch vermutlich Simon Thurner auflaufen, während der SC Anger entweder Michael Enzinger oder den Serben Sebastian Kolompar aufbieten wird. Letzterer hätte dabei den Favoritenstatus inne, wohingegen dem Angerer Eigengewächs in der ungeliebten Stilart die Außenseiterrolle zufallen würde. Dieser könnte allerdings auch bis 61 kg Freistil zum Einsatz kommen, wo alternativ Nikolozi Santeladze eine weitere Option ist. Für die Niederbayern dürfte Basir Ibrahimi gesetzt sein, der wiederum gegen Enzinger Favorit und gegen Angers Georgier Außenseiter wäre. Bis 66 kg griechisch-römisch verfügt der SCA diese Saison ausnahmsweise über ein Luxusproblem und wird hier Max Hinterstoißer, Sebastian Gröbner oder Felix Baumgartner einsetzen, die allesamt mit Arkadiusz Jan Gucik sowie dessen gefürchteten Kopfzug einen starken Gegner vorgesetzt bekämen. Bis 71 kg und 75 kg Freistil verfügen beide Mannschaften über mehrere Optionen, wobei bei den Gastgebern Faisal Haidari, der bisher im Weltergewicht startete, eine dieser beiden Gewichtsklassen abdecken wird. Ob in der leichteren der beiden weiterhin der Olympiateilnehmer von 2024, Goderzi Dzebisashvili, oder bis 75 kg einer der weiteren zahlreichen Georgier wie Levan Kelekhsashvili, Luka Mariamidze oder Piruzi Kvlividze aus dem Kader der Gastgeber zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Beim SCA stehen für 71 kg Andreas Hocheder, für beide Gewichtsklassen Lorenz Hagelauer und für 75 kg Max Pöschl zur Verfügung, auf die unabhängig von der letztendlichen Aufstellung schwere Duelle warten werden.

Neuzugang Mohamed Atamaz Alsibai, der den bisher gesetzten Krzysztof Tomasz Banczyk bei den Geiselhöringern verdrängte, dürfte wohl auch in der Rückrunde bis 75 kg griechisch-römisch gesetzt sein und bekommt es hier entweder mit Simon Resch – falls dieser seine Verletzung inzwischen überwunden hat – oder Paul Hogger, der erneut als Ersatzmann zur Verfügung stünde, zu tun. Michael Klouceck oder Benedikt Resch heißen die Angerer Optionen für 80 kg griechisch-römisch, die beide mit dem konditionsstarken Martin Wittmann eine schwere Aufgabe vor sich hätten. Für 86 kg Freistil ist bei den Gastgebern sowohl ein Aufrücken des Georgiers Otari Bagauri als auch ein Abtrainieren von Simon Eisenhut denkbar, wobei mit Blick auf das vergangene Jahre letztere Option als die wahrscheinlichere erscheint. Beim SCA führt im ersten Kampf nach der Pause wiederum kein Weg an Benedikt Argstatter vorbei, der das Geiselhöringer Eigengewächs in der Hinrunde bis 98 kg Freistil sicher nach Punkten bezwang. Ein großes Fragezeichen besteht auf Seiten der Angerer noch für die Gewichtsklasse bis 98 kg griechisch-römisch, nachdem hier Simon Öllinger weiterhin fehlt und es keinen offensichtlichen Namen aus der Aufstellung der Hinrunde gibt. Dagegen können die Niederbayern hier sogar den Ausfall von Neuzugang Lukas Meyer, der sich am vierten Kampftag verletzte und seither nicht mehr zum Einsatz kam, verkraften, da mit Lukas Würstl und Ulrich Blümel zwei Alternativen zur Verfügung stehen. Im Schwergewicht scheint eine Neuauflage des Duells zwischen dem Georgier Irakli Mtsituri und dem Ungarn Milan Korcsog, welches der Angerer vor einem Jahr mit 1:6 gewann, als die wahrscheinlichste Prognose, wofür beide Mannschaften dann aber in allen anderen Gewichtsklassen nur jeweils einen weiteren Legionär einsetzen dürften.

Für die zweite Mannschaft geht es parallel in die bayerische Landeshauptstadt zum SC Isaria Unterföhring II, die nach der Hinrunde mit einem Saisonpunkt Vorsprung in der Landesliga Süd knapp vor dem SCA liegt. Den Hinkampf vor sieben Wochen gewannen die heimischen Ringer klar mit 30:19, was allerdings kaum einen Rückschluss für das kommende Duell am Samstag zulässt, da die Gastgeber über einen großen Kader verfügen und ihre Aufstellung bisher von Woche zu Woche munter durchwechselten. Während bei den Angerern die Klasse bis 57 kg seit der Verletzung von Jakob Hogger eine Problemstelle ist, haben die Unterföhringer ihre Schwierigkeiten bis 98 kg bzw. 130 kg inzwischen offensichtlich behoben, indem diese anders als den ersten vier Kampftagen zuletzt stets besetzt waren. Ein potenzieller Vorteil für die Ringer aus der Münchner Vorstadt könnte deren späterer Hauptkampf sein, in welchem sie in der Oberliga auf den TV Unterdürrbach treffen. Während die Unterföhringer als ungeschlagener und souveräner Tabellenführer auf dem besten Weg zum Wiederaufstieg in die Regionalliga sind, stehen die Unterfranken bisher sieglos da und verloren bereits den Hinkampf deutlich mit 3:32, womit die Gastgeber problemlos einige ihre stärksten Ringer in die zweite Mannschaft abstellen könnten und trotzdem anschließend noch klarer Favorit wären. Für die Angerer Schülermannschaft geht es am Samstag zum TV Traunstein, gegen den in der Hinrunde ein mehr als deutlicher 36:1 Heimerfolg gelang. Entsprechend wäre alles andere als ein erneuter deutlicher Sieg der Angerer eine große Überraschung, die damit im achten Saisonkampf den siebten Sieg einfahren würden. (Lukas Koch)

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