Rückrundenauftakt zum Vergessen für Angerer Ringer

Benedikt Resch bei einem Ausheber gegen Lorenz Marthen ((C) Andreas Holthaus).
Benedikt Resch bei einem Ausheber gegen Lorenz Marthen ((C) Andreas Holthaus).

Einen rabenschwarzen Samstag erlebten am Wochenende die Ringer des SC Anger, die in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern beim TV Geiselhöring gehörig unter die Ränder kamen und ohne eigenen Einzelsieg mit 39:0 verloren. In der Landesliga Süd konnte die zweite Mannschaft ihren Hinrundenerfolg gegen den SC Isaria Unterföhring nicht wiederholen und musste sich den Münchnern dieses Mal mit 23:15 geschlagen geben. Ihrer Favoritenrolle nicht gerecht wurde in der Grenzlandliga die Schülermannschaft, die beim TV Traunstein knapp mit 20:17 unterlag.

Bereits im Vorfeld war man sich auf Seiten des SC Anger bewusst, dass ein Sieg bei den Niederbayern quasi unmöglich sein würde, nachdem die Klasse bis 57 kg griechisch-römisch unbesetzt blieb und sich sowohl Michael Enzinger bis 61 kg Freistil als auch Simon Öllinger bis 98 kg griechisch-römisch verletzungsbedingt schultern ließen. Im Schwergewicht traf Benedikt Argstatter im freien Stil mit Irakli Mtsituri auf den ersten georgischen Legionär der Gäste, der seinen Gewichtsvorteil vor allem im Bodenkampf ausnutzte. Nach einer 14:0 Pausenführung, die vor allem durch Durchdreher zu Stande gekommen war, erreichte der Geiselhöringer im Verlauf der zweiten Hälfte schließlich mithilfe eines Aktivitätspunkts die technische Überlegenheit. Bis 66 kg griechisch-römisch stellte sich Simon Peer in Dienst der Mannschaft, nachdem Sebastian Gröbner vom DRB auf ein internationales Nachwuchsturnier in Griechenland eingeladen worden war und Max Hinterstoißer aus privaten Gründen nicht zur Verfügung stand. Der Angerer traf im letzten Kampf vor der Pause auf Arkadiusz Jan Gucik und musste sich in der vierten Kampfminute technisch überlegen geschlagen geben, nachdem dem Gastgeber mehrere Aktionen im Stand und Boden gelungen waren. Äußerst ärgerlich verlief der Kampf von Max Pöschl bis 86 kg Freistil, der gegen Simon Eisenhut im ersten Durchgang starke Beinangriffe startete, beim Ausringen aber nicht erfolgreich war und somit nach drei Minuten knapp mit 4:0 in Rückstand lag. Nach der Pause hatte der Angerer mit seinen Attacken mehr Erfolg und verkürzte per verstrichener Aktivitätszeit und einem Beinangriff auf 4:3, wodurch der Einzelsieg in greifbare Nähe gerückt war. Pöschl startete daher in den Schlusssekunden noch einmal einen risikoreichen Beinangriff, bei dem er allerdings gekontert und schließlich sogar geschultert wurde, womit vier Punkte an die Gastgeber wanderten.

Mit Faisal Haidari bekam Andreas Hocheder bis 71 kg Freistil einen versierten Freistilringer vorgesetzt, der die Beinangriffe des jungen Angerers beim Ausringen des Öfteren mit Kippern konterte und dadurch mehrfach Punkte sammelte. Beim Stand von 10:0 zu Gunsten des Geiselhöringers gelang diesem ein kampfentscheidender Doppelbeinangriff, mit dem er Hocheder auf den Rücken warf und gegen Ende der fünften Kampfminute vom souveränen Kampfrichter Holger Atzesberger zum Schultersieger erklärt wurde. Ein optimaler Start gelang bis 80 kg griechisch-römisch Michael Klouceck, der seinen Gegenüber Krzysztof Tomasz Banczyk nach einer Minute mit einem Bilderbuch-Armzug erwischte. Im restlichen Duell stellte sich dann allerdings der Gastgeber als der stärkere Ringer heraus, indem dieser vor allem mit dem Erkämpfen von Bodenlagen und Rausschieben mehrfach punktete und so nach sechs Minuten mit 13:4 Wertungs- und 3:0 Mannschaftspunkten gewann. Ohne Chance blieb bis 75 kg griechisch-römisch letztendlich Paul Hogger, der ein weiteres Mal für den verletzten Simon Resch einsprang, gegen Mohamed Atamaz Alsibai. Der diesjährige Neuzugang der Gastgeber punktete vor allem mithilfe mehrerer Würfe und gewann zu Beginn der zweiten Halbzeit durch technische Überlegenheit. Ein schweres Los hatte zum Abschluss bis 75 kg Freistil Lorenz Hagelauer, der mit Levan Kelekhsashvili auf den zweiten Georgier der Geiselhöringer traf. Dieser sicherte sich mit einer Serie an Durchdrehern mit Armeinschluss schnell einen hohen Vorsprung, ehe er den Angerer bei einem Beinangriff konterte und schulterte, womit auch das zehnte und letzte Duell an die Gastgeber ging. Kommendes Wochenende steht der nächste Heimkampf für den SCA an, bei dem anders als am vergangenen Samstag wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft aufgeboten werden soll, die dann dem TSV Burgebrach Paroli bieten soll.

Luis El Malki bei einem Beinangriff gegen Leonidas Tzampisvili ((C) Andreas Holthaus).
Luis El Malki bei einem Beinangriff gegen Leonidas Tzampisvili ((C) Andreas Holthaus).

Die zweite Mannschaft empfängt im Vorkampf Meisterschaftsfavorit Penzberg, der bisher mit einer makellosen Bilanz von acht Siegen in acht Kämpfen aufwartet. Am vergangenen Samstag musste sich die Angerer Reserve beim SC Isaria Unterföhring mit 23:15 geschlagen geben, wobei beide Mannschaften die Klasse bis 57 kg zweimal unbesetzt ließen und hier somit keine Punkte vergeben wurden. Im Schwergewicht bekamen es Andreas Holthaus in griechisch-römisch und Martin Koch im Freistil jeweils mit Kürsat Kabal zu tun, wobei sich ersterer als aktiverer Ringer in einem aktionsarmen Duell mit 1:0 Mannschaftspunkten durchsetzte. Letzterer war vor allem mit Aktionen am Mattenrand sowie verstrichenen Aktivitätszeiten erfolgreich und gewann beim 1:5 Endstand mit zwei Mannschaftspunkten. Nachdem Vinzenz Haunerdinger bis 61 kg Freistil noch kampflos gesiegt hatte, bekam er es in griechisch-römisch mit Volodymyr Marchenko zu tun, welcher dieses Jahr bereits fünf Mal in der ersten Mannschaft der Gastgeber zum Einsatz gekommen und dabei viermal siegreich gewesen war. Der gebürtige Ukrainer wurde seiner Favoritenrolle letztendlich gerecht und sicherte sich mithilfe mehrerer Suplex-Würfe einen Sieg durch technische Überlegenheit.

Bis 98 kg Freistil geriet Stefan Nitzinger in der ersten Kampfhälfte gegen Lian Huber mit 7:0 in Rückstand, konnte diesen aber bis eine halbe Minute vor dem Schlusspfiff mit einem Saitiev-Griff und zwei erfolgreichen Beinangriffen auf 7:6 verkürzen. Der junge Angerer griff nun selbstverständlich weiter an, was der Gastgeber allerdings stets konterte und so beim 11:6 Endstand zwei Mannschaftspunkte davontrug. In griechisch-römisch bekam es Jassin El Malki ebenfalls mit Huber zu tun, wobei sich beide Ringer im Stand zumeist egalisierten. Allerdings war der Gastgeber im Bodenkampf der stärkere Ringer und sicherte sich mithilfe mehrerer Durchdreher am Ende einen 10:0 Wertungs- und 3:0 Mannschaftssieg. Mit dem bereits erwähnten Marchenko in griechisch-römisch sowie Tobias Kohler im Freistil bekam Michael Haas bis 66 kg zwei nominelle Oberliga-Ringer vorgesetzt, die in beiden Duellen ihrer Favoritenrolle gegen den jungen Angerer gerecht wurden und jeweils per technischer Überlegenheit gewannen.

Wie zuvor sein Teamkollege El Malki zuvor lieferte sich auch Albert Raisch bis 86 kg griechisch-römisch mit seinem Gegenüber Leonidas Tzampisvili einen ausgeglichenen Standkampf, während sich im Boden die Erfahrung des Unterföhringers durchsetzte und dieser mehrfach durch Durchdreher punktete. Beim Endstand von 9:2 wurden die Gastgeber vom insgesamt souveränen Kampfrichter Robert Reitmeier mit zwei Mannschaftspunkten belohnt. Das aktionsreichste Duell des Abends bekamen die Zuschauer bis 86 kg Freistil zu sehen, wo Luis El Malki einen anfänglichen 4:0 Vorsprung von Tzampisvili schnell durch zwei Beinangriffe ausglich. Dieses Wechselspiel wiederholte sich in Folge noch zwei weitere Male, ehe der Angerer den Unterföhringer mit einer Beinschraube erwischte und wohl bis zur technischen Überlegenheit über die Matte gedreht hätte, wenn nicht die Pausenglocke den Gastgeber gerettet hätte. Nach Wiederanpfiff wurde El Malki zwar von einem Spaltgriff erwischt, nutzte diese Situation im Boden allerdings für einen Konter und beendete den Kampf beim Stand von 12:25 per Schultersieg. Bis 75 kg Freistil wurde Benedikt Harrer von Lorenz Marthen bei einer Kopfklammer abgefangen und im Bodenkampf geschultert. Dagegen feierte Benedikt Resch gegen den Unterföhringer einen technisch überlegenen Sieg, indem er dem Kampf mit einem Wurf aus der Kopfklammer eröffnete und im Anschluss unter anderem zweimal mit Ausheber-Würfen erfolgreich war.

Stefan Nitzinger bei einem Beinangriff gegen Lian Huber ((C) Andreas Holthaus).
Stefan Nitzinger bei einem Beinangriff gegen Lian Huber ((C) Andreas Holthaus).

Die Schülermannschaft war in der Grenzlandliga nach ihrem 36:1 Hinrundenerfolg als klarer Favorit zum TV Traunstein angereist, wurde ihrer Rolle aber nicht gerecht und verlor am Ende 20:17. Die Gastgeber waren dabei bis 32 kg Freistil, 35 kg griechisch-römisch und 46 kg Freistil unbesetzt, wodurch Elias Helminger, Lukas Staller und Dominik Helminger zu drei kampflosen Siegen kamen. Die weiteren Angerer Punkte holten Moritz Huber (29 kg griechisch-römisch) mit einem Schultersieg sowie Leonhard Koch (85 kg Freistil) mit einem knappen 6:8 Wertungs- und 0:1 Punktsieg. Ohne Erfolg blieben dagegen dieses Mal Jona Auer (38 kg Freistil), Benno Schmidt (42 kg griechisch-römisch), Elyes Gharby (51 kg griechisch-römisch), Hannes Unterreiner (57 kg Freistil) und Christoph Koch (67 kg griechisch-römisch), die alle fünf per Schulterniederlage unterlagen. (Lukas Koch)

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