Knapp mit 17:15 unterlagen am vergangenen Samstag die Ringer des SC Anger beim TSV Burgebrach, wobei die Entscheidung im Duell in der Nike Wrestling Ringerliga Bayern erst im letzten Kampf fiel und die heimischen Ringer die Partie mit Blick auf die angespannte Personalsituation überraschend spannend gestalten konnten. Ohne Erfolg blieb auch die zweite Mannschaft, die sich Vorjahresmeister Penzberg klar mit 31:19 geschlagen geben musste. Den einzigen Angerer Erfolg am Wochenende feierte die Schülermannschaft, die wie schon in der Vorwoche gegen die KG Vigaun/Abtenau antrat und die Österreicher ein weiteres Mal mit 16:19 bezwang.
Anders als in der Vorwoche besetzten die Burgebracher die Klasse bis 57 kg Freistil dieses Mal nicht mit ihrem ungarischen Neuzugang Csaba Robert Bodi, sondern blieben im Eröffnungskampf unbesetzt, wodurch Angers Michael Enzinger zu vier kampflosen Punkten kam. Umgekehrt konnte der SCA im Schwergewicht aufgrund der Verletzung von Koppany Simon Laszlo keinen Ringer stellen, sodass Jens Bayer umgehend auf 4:4 ausglich. Eine starke Leistung zeigte bis 61 kg griechisch-römisch Sebastian Kolompar gegen den Russen Elchin Ibragimov, dem er vor zwei Jahren noch mit drei Mannschaftspunkten unterlegen hatte. Dieses Mal sicherte sich Angers Serbe mit einer aktiven Ringweise die erste angeordnete Bodenlage, aus der ihm allerdings keine weiteren Wertungen gelangen. Umgekehrt war dies auch in der zweiten Kampfhälfte der Fall, als der Angerer im Boden sicher verteidigte, wodurch das Duell insgesamt mit 1:1 endete. Während in der vergangenen Saison damit durch das Erzielen der letzten Wertung noch der Burgebracher den Sieg davongetragen hätte, ging am Samstag durch eine Regeländerung seitens der UWW, die ausschließlich den Spezialfall eines aus zwei angeordneten Bodenlagen entstehenden 1:1 Endstands betrifft, ein Mannschaftspunkt an Kolompar. Vier weitere steuerte bis 98 kg Freistil Benedikt Argstatter bei, der gegen Johannes Baum vor allem aufgrund eines Beinangriffs und einer Serie an Beinschrauben zur Pause bereits mit 1:10 führte. Im zweiten Durchgang riskierte der Burgebracher bei einem eigenen Angriff zu viel und wurde vom konternden Angerer nach vier Minuten geschultert.
Bis 66 kg Freistil traf Andreas Hocheder auf Darius Ludovic Tai Lippkau, gegen den er in der vergangenen Saison noch technisch überlegen verloren hatte, als dieser noch das Trikot des SC Isaria Unterföhring trug. Dieses Mal schüttelte der Angerer einen frühen 1:0 Rückstand sofort ab und punktete über die gesamte Kampfzeit hinweg immer wieder mit Beinangriffen, wodurch nach sechs Minuten ein Endstand von 3:9 und zwei Mannschaftspunkte für den SCA zu Buche standen, sodass die heimischen Ringer zur Pause mit 4:11 führten. Zum Auftakt der zweiten Hälfte des Abends stellte sich Michael Klouceck trotz Gewichtnachteil in den Dienst der Mannschaft und trat bis 86 kg griechisch-römisch gegen Dominik Winkler an, der seinen Vorteil immer wieder durch Rausschieben oder erfolgreiche Durchdreher ausnutzte und schlussendlich in der fünften Kampfminute vorzeitig durch technische Überlegenheit gewann. Die Angerer Führung sofort wieder ausbauen konnte bis 71 kg griechisch-römisch Sebastian Gröbner, der nicht wie erwartet auf Xaver Engelhardt, sondern auf Nick Gutorov traf. Mit dem Burgebracher hatte der Angerer nur wenig Mühe und eröffnete das Duell mit einem Vier-Punkte-Wurf nach einem Kopfpress-Griff, ehe er in Folge vor allem mit Durchdrehern Punkt um Punkt sammelte und kurz vor dem Pausenpfiff durch technische Überlegenheit gewann.
Bis 80 kg Freistil verteidigte Max Pöschl gegen den favorisierten Dumitru Strah in der ersten Hälfte gut und ließ bis zur Pause lediglich einen 5:0 Rückstand zu. Dies änderte sich dann im zweiten Durchgang, als der Burgebracher nun mit mehr Angriffen zum Ziel kam und sich 40 Sekunden vor dem Schlusspfiff doch noch die technische Überlegenheit sicherte. Der SCA führte damit knapp mit 12:15, als wie schon im Vorjahr bis 75 kg Freistil Josef Giehl und Lorenz Hagelauer aufeinandertrafen. Zum Auftakt sicherte sich der Angerer mit einem erfolgreichen Beinangriff einen 0:2 Vorsprung, den der Burgebracher bis zum Pausenpfiff durch zweimaliges Rausschieben nominell auf 2:2 ausglich. In einem hart umkämpften zweiten Durchgang gelang lediglich Giehl ein erfolgreicher Angriff, der das Duell damit letztendlich mit 4:2 für sich entschied und die Gastgeber weiter auf 13:15 heranbrachte. Somit musste der abschließende Kampf bis 75 kg griechisch-römisch die Entscheidung bringen, in dem die Oberfranken mit Johann Engelhardt allerdings noch ihren besten Ringer auf die Matte schickten. Angers Simon Resch verteidigte vor allem im Bodenkampf stark und verhinderte die gefährlichen Ausheber des amtierenden Bronzemedaillengewinner der Deutschen Meisterschaften, musste sich 40 Sekunden vor dem Abpfiff aber dennoch vorzeitig durch technische Überlegenheit geschlagen geben. Dem Burgebracher wurden dafür vom insgesamt souverän leitenden Kampfrichter Bastian Wohlfahrt vier Mannschaftspunkte zugesprochen, wodurch die Gastgeber das Ergebnis doch noch zu ihren Gunsten drehten und mit 17:15 gewannen. Am kommenden Wochenende stehen die Angerer Ringer wieder vor heimischem Publikum auf der Matte und empfangen mit dem TSV Westendorf den Vizemeister des Vorjahres.

Ebenfalls auf die Allgäuer wird dann die Reserve des SCA treffen, die im Vorkampf deren dritte Mannschaft empfängt. Am vergangenen Wochenende stand man beim AC Penzberg, der als Meister der Vorsaison den Aufstieg in die Bayernliga nach zwei verlorenen Duellen gegen den ASV Hof II knapp verpasst hatte, auf der Matte und unterlag am Ende erwartungsgemäß mit 31:19, wenngleich die Angerer insgesamt eine gute Mannschaftsleistung zeigten. Bis 57 kg Freistil traf Jakob Hogger auf Mustafa Karaismailoglu, der 2025 noch ausschließlich bis 61 kg angetreten war und dort eine beinahe perfekte Bilanz von 27:1 aufwies. In der ungeliebten Stilart fand der Angerer kein Mittel gegen die Angriffe des Penzbergers und unterlag durch technische Überlegenheit. Bis 130 kg Freistil konnte Lukas Koch bis zur Pause einen 5:0 Rückstand gegen Tobias Werner nicht verhindern, ehe der Angerer im zweiten Durchgang durch einen Beinangriff und eine Kopfklammer-Wende noch auf 6:4 verkürzte, sodass nur ein Mannschaftspunkt an die Gastgeber ging. Eine tolle Vorstellung zeigte bis 61 kg griechisch-römisch Vinzenz Haunerdinger, der gegen Johannes Fischer im wieder mit Kopfzügen erfolgreich war und beim 6:15 Endstand die ersten drei Angerer Mannschaftspunkte einfuhr.
Die Klasse bis 98 kg griechisch-römisch blieb auf Angerer Seite unbesetzt, wodurch hier die Penzberger in Form von Thomas Kramer zu vier kampflosen Punkten kamen. Eine mutige Leistung legte bis 66 kg Freistil Michael Haas an den Tag, der als Jugendlicher gegen den etablierten Landesliga-Ringer Benedikt Gattinger nie aufsteckte, sich letztendlich aber dennoch in der zweiten Kampfhälfte per Schulterniederlage geschlagen geben musste. Vier weitere Punkte für die Gastgeber waren das Resultat des Kampfes bis 86 kg Freistil, wo es Luis El Malki mit Altmeister Clemens Seidler zu tun bekam, der trotz einer guten Leistung des Angerers seinem Favoritenstatus gerecht wurde und in der zweiten Kampfhälfte technisch überlegen gewann. Einen souveränen Auftritt legte im letzten Duell des ersten Durchgangs Paul Hogger an den Tag, der gegen Leonhard Dürr mit diversen Techniken punktete und folgerichtig schon nach zwei Minuten vom insgesamt sicher leitenden Kampfrichter Thomas Müller zum technisch überlegenen Sieger erklärt wurde.
Die zweite Hälfte des Abends eröffneten beim Zwischenstand von 17:7 erneut Mustafa Karaismailoglu und Jakob Hogger bis 57 kg griechisch-römisch, wobei der Angerer allerdings auch hier kein Gegenmittel gegen die Stärke seines Kontrahenten fand und nach vier Minuten durch technische Überlegenheit unterlag. Vier weitere Punkte für die Gastgeber kamen bis 130 kg griechisch-römisch hinzu, wo Fabian Probst Andreas Holthaus beim Ausringen einer Situation erwischte und schulterte. Bis 61 kg Freistil standen sich zum zweiten Mal Johannes Fischer und Vinzenz Haunerdinger gegenüber, wobei der Angerer auch hier stets mit Kopfzügen oder Kopfpress-Griffen gefährlich blieb und nach knapp fünf Minuten beim Stand von 5:20 durch technische Überlegenheit gewann. Sein Comeback feierte bis 98 kg Freistil Martin Koch, der sich damit in den Dienst der Mannschaft stellte und mit Thomas Kramer direkt einen der zwei besten Ringer der Gastgeber vorgesetzt bekam. Der Angerer verlangte dem Penzberger dabei einiges ab und war sogar einmal selbst mit zwei Punkten erfolgreich, am Ende gewann Kramer aber in der fünften Minute durch technische Überlegenheit.
Eine souveräne Leistung zeigte bis 66 kg griechisch-römisch Maximilian Hinterstoißer, der sich gegen Benedikt Gattinger vor allem mit Durchdrehern einen 0:12 Vorsprung erarbeitete, ehe er den Kampf mit einem schön anzusehenden Überwurf zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff durch technische Überlegenheit vorzeitig für sich entschied. Schwer tat sich am Samstag bis 86 kg griechisch-römisch Benedikt Resch, der gegen den knapp fünf Kilogramm schwereren Florian Dürr kaum seine technische Stärke ausspielen konnte. Einen knappen 4:2 Pausenrückstand drehte der Angerer zu Beginn des zweiten Durchgangs auf 4:5 zu seinen Gunsten, ehe erneut der Penzberger in den letzten eineinhalb Minuten Wertungen erzielte und beim 11:5 Endstand zwei Mannschaftspunkte einfuhr. Nachdem im letzten Duell des Abends bis 75 kg Freistil anfangs sowohl Leonhard Dürr als auch Benedikt Harrer Wertungen erzielt hatten, punktete in der Folge nur noch der Angerer mit Beinangriffen und erhöhte seinen 3:12 Pausenvorsprung im zweiten Durchgang vorentscheidend auf 3:18, wodurch er mit vier technisch überlegenen Mannschaftspunkten auch den 31:19 Endstand einstellte.

Ihren Erfolg aus der Vorwoche wiederholen konnte direkt die Schülermannschaft, die auch den Rückkampf bei der KG Vigaun/Abtenau für sich entschied und dieses Mal mit 16:19 triumphierte. Dabei lagen die jungen Wilden des SCA nach sieben Kämpfen bereits mit 16:7 im Hintertreffen, ehe Jakob Hinterstoißer (51 kg griechisch-römisch) mit einem kampflosen Sieg sowie Benno Schmidt (42 kg griechisch-römisch) und zum Abschluss Philipp Stein (46 kg Freistil) mit zwei Schultersiegen für Angerer Jubelstürme sorgten. Für die sieben Punkte zuvor hatten Stefan Koch (35 kg griechisch-römisch) mit einem weiteren Schultersieg und Leonhard Koch (67 kg griechisch-römisch) mit einem hart erkämpften 10:0 Punktsieg, mit dem er sich gleichzeitig für die Vorwochenniederlage revanchierte, gesorgt. Für den Angerer Sieg ebenso mitentscheidend waren auch zwei knappe Niederlagen, als Lukas Staller (31 kg Freistil) und Christoph Koch (57 kg Freistil) nur mit jeweils zwei Mannschaftspunkten unterlagen. Eine vorzeitige Niederlage nicht vermeiden konnten Luis Hufnagl (38 kg Freistil, SN) sowie Albert Raisch (85 kg Freistil, SN) und die Klasse bis 29 kg griechisch-römisch blieb auf Angerer Seiten unbesetzt. (Lukas Koch)



