Siegsdorf abgezockt zum 4:1-Sieg in Anger

Angers Max Schnappinger (rechts) schirmt die Kugel vor Siegsdorfs 2:0-Torschützen Florian Aigner ab.

Personell gebeutelte Gastgeber können phasenweise dagegenhalten – Niederlage ein Tor zu hoch

Anger. Vor dem „kleinen“ Fußball-Kreisliga 2-Derby zwischen dem SC Anger und dem TSV Siegsdorf hatte sich das Verletzten- und Abwesenheitslager der Gastgeber noch einmal vergrößert: Fehlt dem Sport-Club nicht schon ohnehin fast eine ganze Elf, so kamen nun auch noch Stürmer Stefan Beranek und Neuzugang-Youngster Leon Krause dazu. Somit war beispielsweise der mit erheblichen Offensiv-Qualitäten ausgestattete Andi Krämer gezwungen, auf der ungewohnten Innenverteidiger-Position auszuhelfen. Zwar versuchte der 23-Jährige immer wieder, mit sehenswerten Sololäufen in die Spitze zu kommen, doch freilich waren diese Wege weit und beschwerlich. Und so gestaltete es sich für den Bezirksliga-Absteiger aus dem Landkreis Traunstein zum Großteil mit einer gewissen Leichtigkeit, ein ansehnliches und sicheres Kurzpassspiel aufzuziehen und mit Anger vor allem in Durchgang eins teils Katz und Maus zu spielen.

Nach ausgeglichenem Abtasten zu Beginn dauerte es letztlich nur elf Minuten, ehe das Angerer Unheil seinen Lauf nahm: Maximilian Reiter, der kurz zuvor schon eine gute Kopfballgelegenheit vorweisen konnte, erkämpfte im Laufduell mit Andi Krämer an der rechten Seitenlinie die Kugel – möglicherweise war sie bereits vollständig im Aus –, und bugsierte sie spektakulär in der Luft zur Mitte. Dort zog Samuel Anthuber sofort direkt ab und traf den linken Pfosten. Die SCA-Abwehr zeigte sich unsortiert, weil Felix Brandner den Abpraller freistehend ins rechte Eck verwerten durfte – 0:1 (11.). Das 0:2 ließ nur vier weitere Minuten auf sich warten: Ein missglückter Abschlag von SCA-Goalie Alex Koch kam postwendend zu Florian Aigner. Der TSVler lief vom rechten Strafraumeck noch ein paar Meter, schoss und traf via erstem Innenpfosten (15.). Maxi Reiter hätte schließlich nach einer präzisen Flanke das 0:3 machen müssen, verzog den Ball zentral aus kurzer Torentfernung jedoch weit drüber (21.) – eine kleine Vorentscheidung war erstmal vertagt.

Anger fand in der Folge besser in die Partie, dennoch kam ein Kopfball von Max Schnappinger an den Außenpfosten wie aus dem Nichts (31.). Mit dem 0:2 ging’s in die Pause, kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Siegsdorfs Paul Glassl am linken Fuß verletzt passen, für ihn kam Florian Zaunick. Kaum lief die Partie wieder, da gelang Samuel Anthuber ein Traum-Fernschuss über fast die ganze Angerer Mannschaft und auch den (zu) weit vor seinem Kasten befindlichen Alex Koch hinweg unter die Latte – 0:3 (47.). Damit war die Sache freilich so gut wie durch, wenngleich sich Anger vor rund 200 Zuschauern keineswegs aufgab und weiter fightete. Florian Hinterstoißer (53.) und Michi Noppinger (55.) setzten die Kugel jeweils aus spitzem Winkel vorbei, 20 Minuten vor Schluss keimte schließlich tatsächlich Hoffnung im Heimlager auf: Ein Lochpass von Nico Jordan erreichte Jakob Maier, der TSV-Keeper Fabian König zum 1:3 (69.) überwand. Es war noch reichlich Zeit auf der Uhr, Anger agierte im Anschluss auf Augenhöhe, Siegsdorf zog sich erstaunlich weit zurück. Auf beiden Seiten gab’s jeweils einmal Elfmeteralarm, Referee Markus Geithner waren die Szenen zu harmlos. Die Karten häuften sich allerdings, auch Gastgeber-Coach Alexander Götzinger erhielt Gelb. Und gerade, als sein Team drauf und dran war, den Anschluss zu finden, zerbarst das Glück vollends, da Flo Hinterstoißer nach seiner Verwarnung wegen Schiedsrichterkritik (75.) schließlich wegen eines Fouls (84.) Gelb-Rot sah.

Letztlich legten die Gäste noch das 1:4 (90.+3) durch Niklas Hell nach, ein verdienter Sieg, jedoch „um ein Tor zu hoch“, bilanzierte SCA-Abteilungsleiter Andi Sprinzing im Anschluss – „denn so deutlich unterlegen waren wir dann doch nicht.“

Bericht & Foto: Hans-Joachim Bittner

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